Montenegro erhält Einladung zum Nato-Beitritt

Die Nato spricht zum ersten Mal seit 2008 wieder eine Einladung an einen Beitrittsaspiranten aus. Russland ist nicht begeistert. Und auch im eingeladenen Land sind bei weitem nicht alle euphorisch.
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Montenegros Premierminister Milo Djukanovic äußert sich während einer Pressekonferenz in Pogorica, Montenegro, zum Nato-Beitritt.
dpa Montenegros Premierminister Milo Djukanovic äußert sich während einer Pressekonferenz in Pogorica, Montenegro, zum Nato-Beitritt.

Brüssel - Der Balkanstaat Montenegro kann Mitglied der Nato werden. Die Außenminister der Bündnisstaaten luden das nur rund 600 000 Einwohner zählende Land offiziell ein, der Verteidigungsallianz beizutreten.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnete die Entscheidung als historisch. "Sie macht klar, dass die Nato ihre Tür offen hält, um die Vision von einem geeinten, freien und friedlichen Europa zu verwirklichen", sagte er.

 

"Großer Tag" für Montenegro

 

Der montenegrinische Außenminister Igor Lukšiæ sprach von einem "großen Tag" für sein Land. Die Einladung sei auch die Anerkennung für große Anstrengungen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Wir haben in Montenegro in den letzten Jahren schwierige Reformprozesse erleben dürfen, denen sich das Land allerdings gestellt hat." Deshalb sei die Entscheidung ein gutes Signal für den westlichen Balkan und andere Beitrittsaspiranten.

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Russland hatte einen möglichen Bündnisbeitritt Montenegros jüngst erst wieder als schädlich für die europäische Sicherheit bezeichnet.

Eine Mitgliedschaft des kleinsten Landes Ex-Jugoslawiens in der Allianz würde den Beziehungen zwischen Russland und der Nato "einen weiteren Schlag versetzen", sagte Andrej Kelin vom Außenministerium in Moskau in der vergangenen Woche.

Die militärische Seite spielte er hingegen herunter. "Montenegros Armee hat etwa 2000 Mitglieder. Da erübrigt sich ein Kommentar, welche zusätzliche Sicherheit das Land der Nato bringt", sagte Kelin.

 

Gespaltene Bevölkerung hinsichtlich Nato-Beitritt

 

Montenegro selbst ist über den Nato-Beitritt gespalten. Nach allen Umfragen sind die Befürworter und Gegner praktisch gleich stark. Die Gegner sind gleichzeitig Russlandfreunde und stehen in scharfer Opposition zur Regierung. Im September begannen sie mit einem Parlamentsboykott den Versuch, Regierungschef Milo Djukanovic zu entmachten.

Der Konflikt eskalierte Ende Oktober, als die Opposition mit Protesten die Regierung gewaltsam stürzen wollte. Die erstickte die Demonstration mit großer Härte mit dem Einsatz von Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschossen.

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Montenegro ist das kleinste Land Ex-Jugoslawiens. Es spaltete sich erst 2006 von Serbien ab. Von der Einladung bis zum Nato-Beitritt kann es noch dauern. Bei Albanien und Kroatien etwa lag dazwischen ein Jahr. Die beiden Länder waren 2008 von der Nato eingeladen und 2009 aufgenommen wurden.

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