Milliardenkosten bei Verzicht: Energiekonzern RWE hält an Rodung im Hambacher Forst fest

Nach dem tödlichen Sturz eines Journalisten ist die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst weiter unterbrochen. Der Energiekonzern RWE betonte, man werde wie geplant weiter roden lassen. Ein Verzicht würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten.
| dpa
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Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE: "Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion."
Bernd Thissen/dpa Rolf Martin Schmitz, Vorstandsvorsitzender von RWE: "Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion."

Berlin/Essen - Der Essener Energiekonzern RWE hält trotz des tragischen Todesfalls am Hambacher Forst an der geplanten Rodung fest.

Ein kurzfristiger Verzicht auf die Rodung des Waldes würde das Unternehmen vier bis fünf Milliarden Euro kosten, sagte RWE-Chef Rolf Martin Schmitz am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Die Annahme, dass der Forst gerettet werden kann, das ist Illusion", sagte Schmitz. Er sei tief betroffen, dass für eine solche Illusion, für ein solches Symbol ein Mensch gestorben sei.

Ein 27 Jahre alter Journalist aus Leverkusen war am Mittwoch durch die Bretter einer Hängebrücke zwischen zwei Baumhäusern gebrochen und 15 Meter tief gestürzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus.

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RWE will in dem Wald roden, um dort weiter Braunkohle abzubauen. Dagegen gibt es massiven Widerstand aus der Bevölkerung. Bei einem kurzfristigen Stopp schlüge Schmitz zufolge nicht nur die entgangene Braunkohle zu Buche. Auch müssten mit hohem Aufwand große Abraummengen herbeigeschafft werden, um die Abbruchkante des Braunkohletagebaus zu stabilisieren. Hinzu kämen Personal- und Sozialkosten, ergänzte ein RWE-Sprecher am Freitagmorgen. Er betonte allerdings, dass es sich um eine rein hypothetische Betrachtung handele.

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Demo in Aachen verläuft friedlich

Indessen ist nach dem tödlichen Sturz die Räumung der Baumhäuser weiterhin unterbrochen. Nach einer Nacht ohne Zwischenfälle blieben die Räumarbeiten am Freitag nach Anweisung der Landesregierung noch bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, sagte eine Polizeisprecherin. Eine Demonstration in Aachen gegen die Rodung des Hambacher Forstes mit über 1.000 Teilnehmern war am Donnerstagabend friedlich verlaufen. Zuvor hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) an die Waldbesetzer appelliert, die Baumhäuser freiwillig zu räumen, weil sie gefährlich seien.

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