Mehr Extremisten in Deutschland – vor allem im rechten Spektrum

Der Verfassungsschutz meldet einen deutlichen Anstieg bei Rechtsextremen – und sieht auch im linken Lager neue Dynamik. Was hinter dem Zuwachs steckt.
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Den größten Zuwachs sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz bei den Rechtsextremisten. (Symbolbild)
Den größten Zuwachs sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz bei den Rechtsextremisten. (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Der Verfassungsschutz sieht bundesweit mehr Menschen mit extremistischen Einstellungen, vor allem im rechten Spektrum. Wie aus dem Jahresbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) hervorgeht, rechnete der Inlandsgeheimdienst im vergangenen Jahr 58.700 Menschen dem rechtsextremistischen Personenpotenzial zu – 8.450 mehr als im Jahr zuvor. Dieser Zuwachs hängt größtenteils mit dem Mitgliederzuwachs der AfD zusammen, die vom BfV aktuell als Verdachtsfall beobachtet wird.

Die Partei hatte im Oktober erklärt, sie habe nunmehr 70.000 Mitglieder. Von diesen seien etwa 28.000 Rechtsextremisten, schätzt der Verfassungsschutz.

Spärliche Informationen trotz massiver Schäden

Dem linksextremistischen Spektrum ordnete das Bundesamt 2025 bundesweit 42.200 Menschen zu, nach rund 38.000 im Vorjahr.

Die linksextremistische Szene gilt in Fachkreisen als besonders schwer zu durchdringen. Wenig Erhellendes findet sich in dem Bericht beispielsweise in Bezug auf die Täterinnen und Täter, die hinter verschiedenen Anschlägen auf die Stromversorgung und die Bahninfrastruktur vermutet werden. So heißt es dort etwa: "Es lässt sich annehmen, dass sich hinter den "Vulkangruppen" ein Netzwerk verbirgt." Dabei dürfte es sich um unterschiedliche Strukturen handeln, die den Namen "Vulkangruppe" als eine Art "Label" nutzten. "Verbindungen zwischen den einzelnen Strukturen sind nicht auszuschließen." Ideologisch ließen sich die Vulkangruppen dem gewaltorientierten anarchistischen Spektrum zuordnen.

Dass linksextremistische Gruppen aktuell Zulauf haben, sieht der Verfassungsschutz auch in Zusammenhang mit Entwicklungen im rechten Spektrum. So heißt es im Jahresbericht: "Aufgrund des von der Szene wahrgenommenen "Rechtsrucks" in der Gesellschaft ist davon auszugehen, dass der "militante Antifaschismus" seine wichtige Rolle behalten und es weiterhin zu einer Vielzahl von linksextremistisch motivierte Straf- und Gewalttaten in diesem Kontext kommen wird." 

Folgen von Krieg in der Ukraine und in Nahost 

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat laut BfV nicht nur zu einer Zunahme von Spionage, Sabotage, Desinformation und Einflussoperationen durch Russland in Deutschland geführt, sondern auch den Linksextremismus befeuert - etwa wenn unter Berufung auf "antimilitaristische Gründe" Straftaten begangen würden. 

Der Nahostkonflikt habe 2025 erneut "ein hohes Mobilisierungspotenzial im islamistischen Spektrum" erzeugt, stellt das Bundesamt fest. Insgesamt hätten sich Anhänger von Hamas und Hisbollah aber mit öffentlichkeitswirksamen Handlungen weitestgehend zurückgehalten.

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  • Himbeergselchts am 02.07.2026 17:57 Uhr / Bewertung:

    Interessant wäre zur rechtsextremen Szene die Definition und Zuordnung der Gewalt in der Statistik bezüglich zunehmender Gewalt.
    Ich lese seit Ende 2023, dass islamistische Übergriffe drastisch zunehmen, auch in Deutschland. Häufig gegen die jüdische Bevölkerung - ob Kippa von Köpfen schlagen, ein jüdisches Restaurant in Berlin anzünden, jüdischen Studenten den Zutritt zur Universität verweigern etc.
    Insgesamt haben sich Anhänger von Hamas und Hisbollah mit öffentlichkeitswirksamen Handlungen zurückgehalten.
    Was machen diese Anhänger in Deutschland? Warum fliegen die nicht raus oder sitzen ein?
    Das ist auch nicht durch die Politik des Kriegsverbrechers Netanjahu in Israel zu rechtfertigen.
    Wehret den Anfängen. Nie wieder!

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  • Der wahre tscharlie am 01.07.2026 17:41 Uhr / Bewertung:

    Was an Dobrindts Pressekonferenz und seinen Aussagen vielleicht noch interessant ist, was er zum Verfassungsschutz sagte.
    Der Verfassungsschutz ist ein 1950 aus den Erfahrungen der "Weimarer Republik" gegründeter InlandsNACHRICHTENdienst.
    Dobrindt will daraus aber einen InlandsGEHEIMDIENST machen.

    Rein theoretisch könnte man daraus schließen, dass der Verfassungsschutz seit 1950 "versagt" hat, deshalb der Umbau.
    Was aber mitnichten so ist. Denn unser Staat konnte sich bisher der Angriffe auf unsere Demokratie erwehren.
    Was ist also das langfristige Ziel eines InlandsGEHEIMDIENSTES?
    Die Überwachung aller Bürger*innen?
    Natürlich nicht.
    Aber um die Feinde der Demokratie zu finden, muß ich sie von Allen erstmal herausfiltern....

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  • Der wahre tscharlie am 30.06.2026 17:23 Uhr / Bewertung:

    Dobrindts Pressekonferenz heute.....wie immer, anstrengend und ermüdend. Und zwar deshalb, weil der Mann einfach nicht flüssig reden (will). Nach jedem dritten Wort eine Sprechpause. Damit auch jedes Wort hängen bleibt.
    Und was bei Links- und Rechtsextremismus der Politik einfällt.....aufrüsten, aufrüsten, aufrüsten.
    Vielleicht sollte die Politik, auch Dobrindt, mal drüber nachdenken, ob es nicht auch an einer teilweise verfehlten Politik liegt.
    Wenn sich 13, 14jährige im Netz radikalisieren, dann muß die Politik die Netzbetreiber endlich mal in die Pflicht nehmen.

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