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Künstler-Aktion "#allesdichtmachen": Lebenszeichen im Koma

AZ-Chefredakteur Michael Schilling über die Künstler-Aktion "#allesdichtmachen".
| Michael Schilling
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Seit einem Jahr ist aus der Kunst ein künstliches Koma geworden. Mit ihr ist auch das politische Kabarett nahezu verschwunden. Zumindest jenes, das sich kritisch an der Regierung abarbeitet.

Die Bühnen sind verriegelt, Querdenker gelten inzwischen als kriminell, und die meisten Kabarettisten wirken durch (die Hoffnung auf) Finanzhilfen seltsam ruhiggestellt. Freilich, einer wie Helmut Schleich ist nicht nur per Jux, sondern auch de jure gegen die Staatsregierung vorgegangen. Aber das blieb die Ausnahme. Wer die einst so bissige "heute-show" verfolgt hat, könnte meinen, Karl Lauterbach sei seit einigen Monaten ihr Chef-Gagschreiber.

Der Haudrauf-Reflex ist übereilt

In diese Lücke sind nun namhafte Schauspieler gestoßen und haben - mal ironisch, mal bitterböse - die Pandemie-Politik der Regierung kritisiert. Niemand von ihnen hat die Gefahr des Virus kleingeredet, niemand hat Opfer verhöhnt. Deshalb ist der Haudrauf-Reflex, sei es von linientreuen Kollegen oder Politikern, übereilt.

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Künstler - und nicht nur die - dürfen ihre Meinung sagen. Das ist auszuhalten. Die aktuellen Beiträge und die harten Konter sind Lebenszeichen von Pluralismus und Debattenkultur, die zu einer Demokratie gehören. Schweigen und alles schlucken - ist auch nicht gesund.

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