Kopftuchverbot: Ein falsches Signal

Nachrichtenredakteurin Lisa Marie Albrecht über die Kopftuch-Entscheidung vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.
| Lisa Marie Albrecht
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Am Donnerstag haben Richter in Karlsruhe über ein Kopftuchverbot in Gerichtssälen entschieden.
picture alliance / Karl-Josef Hildenbrand/dpa, AZ-Montage Am Donnerstag haben Richter in Karlsruhe über ein Kopftuchverbot in Gerichtssälen entschieden.

Die Neutralität der Justiz ist ein hohes Gut. Doch es ist realitätsfern, zu glauben, dass auch die Menschen, die für sie arbeiten, religions- und überzeugungsfrei sind. Entscheidend ist, dass ihr Weltbild sie nicht bei der Durchsetzung von Recht und Gesetz beeinflusst.

Das Urteil von Karlsruhe mag rechtens sein. Und ja, für manche ist eine angehende Juristin mit Kopftuch eine Zumutung. Dennoch setzen die Richter ein falsches Signal. Sie unterstellen der Muslima ohne Anlass eine Überzeugung oder Voreingenommenheit, die nicht mit dem Rechtsstaatsprinzip in Einklang steht.

Genau das ist Wasser auf die Mühlen all jener Vorurteilsbehafteter, die hinter jedem Kopftuch eine Scharia-Anhängerin vermuten. Gerade in dieser Zeit, in der Menschen, die sich offen zu ihrer Religion bekennen, so viel Hass entgegenschlägt, sollte der Staat klar zeigen: Eine Juristin mit Kopftuch ist eine Zumutung, die eine tolerante Gesellschaft auszuhalten hat.

Lesen Sie hier den Artikel zum Thema: Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen verfassungsgemäß

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