Kauder wirft Uni Düsseldorf "Dilettantismus" vor

In der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Annette Schavan hat Unionsfraktionschef Volker Kauder der Universität Düsseldorf Dilettantismus vorgeworfen.
| dpa
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In der Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) der Universität Düsseldorf Dilettantismus vorgeworfen.

Berlin/München - Er sei "entsetzt über die Art und Weise, wie die Universität in Düsseldorf" vorgegangen ist, als es um die Prüfung der Doktorarbeit von Ministerin Schavan ging, sagte er in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt". "Hier ist gegen alle Formen verstoßen worden, die es für ein faires Verfahren braucht. Alle an diesem Verfahren Beteiligten sind so eindeutig befangen." Er vermute hinter der Affäre kein politisches Kalkül, sondern "nur Dilettantismus"

Das Verfahren müsse so schnell wie möglich beendet und noch einmal an anderer Stelle neu begonnen werden. Kauder zeigte sich sicher, dass Schavan "die Vorwürfe entkräften kann".

Am vergangenen Wochenende war durch eine Indiskretion bekannt geworden, dass es ein internes Papier zu Schavans Doktorarbeit von 1980 gibt, in dem der Gutachter Stefan Rohrbacher Schavan nach Medienberichten eine Täuschungsabsicht unterstellt. Die Universität hat sich per Strafanzeige gegen Unbekannt auf die Suche nach der undichten Stelle begeben. Rektor Michael Piper bedauerte, dass Teile des Gutachtens an die Öffentlichkeit gelangt sind, und bezeichnete die Weitergabe als "kriminelles Verhalten eines bislang Unbekannten".

Piper wehrte sich gegen die Vorwürfe und verurteilte jetzt eine verzerrte Beurteilung aus politischen Gründen. "Weil es um eine verdiente Ministerin geht, sind die Maßstäbe plötzlich andere. Das hat nichts mit wissenschaftlicher Aufklärung zu tun", sagte Piper der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag). Piper kritisiert vor allem namhafte Wissenschaftler, die sich in der Plagiatsaffäre vor Schavan gestellt haben.

Führende Vertreter der Wissenschaftsorganisationen "tun das Gegenteil von dem, was sie in den vergangenen Jahren vereinbart haben - nicht zuletzt wegen des Falls (von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu) Guttenberg", sagte Piper. Mehrere Organisationen hatten im Zuge der jüngsten Affären um Doktorarbeiten Richtlinien verabschiedet und ein strengeres Vorgehen gegen Plagiate und anderes Fehlverhalten vereinbart. "Nun soll hinter diese Standards zurückgetreten werden", sagte Piper.

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