Kassen: Terminvergabe nach Notwendigkeit ist überfällig

Privatversicherte bekommen in der Regel schneller Termine beim Facharzt als gesetzlich Versicherte. Die Forderungen, das zu ändern, werden immer lauter.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Gesetzlich Versicherte müssen oft lange auf Facharzttermine warten. (Symbolfoto)
Gesetzlich Versicherte müssen oft lange auf Facharzttermine warten. (Symbolfoto) © Pia Bayer/dpa/dpa-tmn
Berlin

Deutschlands Krankenkassen unterstützen Forderungen nach einer Terminvergabe beim Arzt unabhängig vom Versichertenstatus. "Es ist überfällig, dass es bei der Terminvergabe nur noch nach medizinischer Notwendigkeit gehen darf", sagte die stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Stefanie Stoff-Ahnis, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Dass dieses Problem jetzt in seiner ganzen Tragweite in der Politik angekommen ist, ist ein gutes Signal für 75 Millionen gesetzlich Versicherte", sagte die Spitzenvertreterin der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Schwarz-rote Forderungen

Auch Politiker von CSU und SPD dringen auf Schritte gegen lange Wartezeiten auf einen Arzttermin für gesetzlich Versicherte. Klaus Holetschek, CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, sagte der "Bild"-Zeitung: "Es sollte darüber nachgedacht werden, ob Onlineportale für Terminvergaben nicht mehr abfragen dürfen, ob ein Patient gesetzlich oder privat versichert ist." SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis sprach sich dort überdies für die Einführung einer "Termingarantie" aus.

Stoff-Ahnis sagte, die Frage nach der Art der Krankenversicherung sei faktisch "ein Instrument zur Diskriminierung" gesetzlich Versicherter. "Es ist doch absurd und mit meinem Verständnis von Gerechtigkeit nicht vereinbar, wenn kranke Menschen nicht in der Reihenfolge der medizinischen Notwendigkeit Arzttermine bekommen, sondern nach dem Versicherungsstatus."

"Vor allem nach dem medizinischen Bedarf"

Die Kassenfunktionärin verwies auf das Modell eines Primärversorgungssystems. Künftig könnten dadurch auch Termine zielgerichteter und vor allem nach dem medizinischen Bedarf vergeben werden, sagte sie. Auch die Koalition will so ein System auf den Weg bringen. Dabei sollen Patientinnen und Patienten durch bestimmte Arztpraxen als erste Ansprechpartner besser durchs Gesundheitssystem geleitet werden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.