Journalisten bei AfD-Demo in Magdeburg angegriffen

Ein Kamerateam wollte von einer AfD-Demo in Magdeburg berichten. Aus der Menge heraus sind die Journalisten mit Pfefferspray attackiert worden, wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte. Partei-Verantwortliche kritisierten den Angriff.
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Die Sprüche der AfD-Demonstranten klingen kampfbereit: "Es geht nicht mehr darum, welche Gesllschaft die bessere ist, sondern welche überlebt."
dpa Die Sprüche der AfD-Demonstranten klingen kampfbereit: "Es geht nicht mehr darum, welche Gesllschaft die bessere ist, sondern welche überlebt."

Magdeburg - Bei einer AfD-Demonstration in Magdeburg sind Journalisten angegriffen worden. Das Kamerateam wurde aus der Menge heraus mit Pfefferspray attackiert, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochabend.

Die Journalisten wurden medizinisch versorgt. Der mutmaßliche Täter wurde vorläufig festgenommen, kam aber bereits am Mittwochabend wieder frei. Ob der 19-Jährige Mitglied der AfD ist, blieb zunächst unklar. Der für politische Delikte zuständige Staatsschutz ist eingeschaltet.

Zu der Demonstration der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) waren laut Polizei rund 600 Teilnehmer gekommen. Mitte Dezember waren es noch 750 gewesen, im November rund 1500. An einer Gegendemonstration beteiligten sich nach Polizeiangaben 150 Menschen.

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Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland kritisierte den Angriff auf Journalisten scharf. "Ich muss sagen, dass ich das zutiefst missbilige", sagte Gauland der Deutschen Presse-Agentur. Es sei Aufgabe der Veranstalter, dafür zu sorgen, dass Journalisten über die Aktivitäten der Alternative für Deutschland berichten können.

 

AfD mit guter Präsenz in den Medien

 

Die AfD könne sich, was die Aufmerksamkeit der Medien angehe, zur Zeit auch nicht beklagen, fügte er hinzu. Schließlich seien Spitzenpolitiker der Partei - er selbst eingeschlossen - zuletzt in mehrere Talkshows eingeladen worden.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte einen besseren Schutz von Berichterstattern. "Wir hoffen, dass die Sicherheitsbehörden und die Justiz die Zeichen der Zeit erkannt haben", erklärte DJV-Bundeschef Frank Überall in einer Mitteilung. "Der gestrige Angriff zeigt, dass das Thema Sicherheit für Journalisten weiterhin auch ein politisches Thema bleiben muss und Gespräche mit Innenpolitikern nötig sind."

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