Hausärzte: Krankenkassen sollen bei Verwaltungskosten sparen

Etwas mehr als 90 gesetzliche Krankenkassen gibt es in Deutschland. Diese Zahl stellt Hausärzte-Chef Markus Blumenthal-Beier wegen des Kostendrucks im Gesundheitssystem infrage.
dpa |
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Die Hausärzte wollen, dass die Krankenkassen den Rotstift bei sich selbst ansetzen. (Archivbild)
Die Hausärzte wollen, dass die Krankenkassen den Rotstift bei sich selbst ansetzen. (Archivbild) © Stephan Jansen/dpa
Berlin

In der Debatte um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen fordert der Chef des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Einsparungen bei den Kassen selbst. "Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: Dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren", sagte der Bundesvorsitzende des Verbandes, Markus Blumenthal-Beier, der "Rheinischen Post". 

"Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten", argumentierte Blumenthal-Beier. Mittelfristig müssten die Kassen ihre Verwaltungskosten "dringend halbieren".

CSU-Politiker fordert Zusammenschlüsse

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, riet den Kassen in der "Rheinischen Post", "von sich aus verstärkt Synergien zu suchen, Kooperationen auszubauen und Zusammenschlüsse einzuleiten – bevor der Gesetzgeber handeln muss".

Nach Angaben des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) gibt es derzeit 93 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland. Das sind deutlich weniger als noch vor einigen Jahrzehnten: Im Jahr 1970 etwa lag die Zahl noch bei 1.815. Zur Jahrtausendwende waren es noch 420 gesetzliche Krankenversicherungen.

Ausgaben steigen stärker als Einnahmen

Die gesetzlichen Krankenkassen hatten im vergangenen Jahr nach einer Welle von Beitragserhöhungen zwar einen Überschuss verbucht. Allerdings waren auch ihre Ausgaben stark gestiegen, wie das Bundesgesundheitsministerium kürzlich mitteilte. Nach Angaben von Ministerin Nina Warken (CDU) steigen die Ausgaben seit 2024 wesentlich stärker als die Einnahmen. Kostentreiber sind demnach Klinikbehandlungen, Ausgaben für Arzneimittel und Praxisbehandlungen. 

Ein von Warken eingesetztes Experten-Gremium soll bis Ende März Vorschläge zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen vorlegen. Bis zum Jahresende sollen weitergehende Reformvorschläge folgen. Hintergrund ist eine für 2027 erwartete Finanzlücke im zweistelligen Milliardenbereich.

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