Geschönter Lebenslauf: SPD-Politikerin Hinz tritt zurück

Kein Abitur. Und auch keine Juristischen Staatsexamina. Die SPD-Politikerin Hinz räumt ein, ihren Lebenslauf geschönt zu haben. Jetzt erklärt die 54-jährige Bundestagsabgeordnete ihren Rücktritt.
| dpa,az
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Petra Hinz (SPD) am 01.02.2013 in Berlin während einer Sitzung des Bundestags.
dpa Petra Hinz (SPD) am 01.02.2013 in Berlin während einer Sitzung des Bundestags.

Essen - Die SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Hinz legt nach Bekanntwerden ihres gefälschten Lebenslaufes ihr Mandat nieder. Das gaben ihre Anwälte am Mittwoch in Essen bekannt. Hinz habe Bundestagpräsident Norbert Lammert über ihren Entschluss in Kenntnis gesetzt. Sie habe ihn "um einen schnellstmöglichen persönlichen Termin gebeten", um ihm gegenüber ihren Verzicht auf das Mandat zu erklären.

Die langjährige SPD-Bundestagsabgeordnete hat wesentliche Teile ihres Lebenslaufes erfunden. Sie habe keine allgemeine Hochschulreife erworben, kein Studium der Rechtswissenschaften absolviert und auch keine Juristischen Staatsexamina abgelegt, erklärte der Anwalt der SPD-Politikerin, nachdem informer-magazine.de die Angaben der Parlamentarierin hinterfragt hatte.

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"In der Rückschau vermag Frau Hinz nicht zu erkennen, welche Gründe sie seinerzeit veranlasst haben, mit der falschen Angabe über ihren Schulabschluss den Grundstein zu legen für weitere unzutreffende Behauptungen über ihre juristische Ausbildung und Tätigkeit", heißt es in der Erklärung des Anwalts, die inzwischen auch auf der Internetseite der Essener SPD-Politikerin zu finden ist. Nach diesem Eingeständnis hatten ihr SPD-Unterbezirk Essen und die Bundestagsfraktion die 54-Jährige zu sofortigen Konsequenzen aufgefordert.

Anwalt: "Ihr politisches Engagement war und ist von Aufrichtigkeit und Integrität geprägt"

Hinz hat demnach im Jahr 1983 am heutigen Erich-Brost-Berufskolleg der Stadt Essen die Fachhochschulreife erworben. "Mitte der 1990er Jahre unternahm sie den Versuch, auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nachzuholen und so zumindest einen Teil ihrer biografischen Falschangaben zu heilen", heißt es weiter. Aus Zeitgründen habe sie dies jedoch bereits nach etwa einem Jahr wieder aufgeben müssen.

"Es ist klarzustellen, dass Frau Hinz zu keinem Zeitpunkt rechtsberatend tätig war", unterstrich der Anwalt in der Erklärung. Die Angestelltentätigkeit in den Jahren 1999 bis 2003 sei nicht juristischer Natur gewesen. "Das politische Engagement von Frau Hinz war und ist von Aufrichtigkeit und Integrität geprägt. Sie ist daher sehr bestürzt, nicht die Courage aufgebracht zu haben, für ihr Fehlverhalten geradezustehen", heißt es in der Erklärung weiter.

Hinz bitte ihre Wegbegleiter, Mitarbeiter, Freunde, "all die Menschen, die ihr vertraut haben, und auch die allgemeine Öffentlichkeit von ganzem Herzen um Entschuldigung". Die SPD-Politikerin gehört dem Deutschen Bundestag seit 2005 an.

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