Flüchtlingsunterkunft steht in Flammen - Schaulustige applaudieren!

In der Nacht zu Sonntag ist eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Bautzen komplett abgefackelt. Eine Brandursache konnte die Polizei noch nicht feststellen. Besonders makaber: Schaulustige haben sich vor dem brennenden Gebäude versammelt und applaudiert.
| AZ/dpa
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Anwohner gafften auf die brennende Flüchtlingsunterkunft, klatschten Beifall und behinderten die Löscharbeiten der Feuerwehr.
dpa 2 Anwohner gafften auf die brennende Flüchtlingsunterkunft, klatschten Beifall und behinderten die Löscharbeiten der Feuerwehr.
Anwohner gafften auf die brennende Flüchtlingsunterkunft, klatschten Beifall und behinderten die Löscharbeiten der Feuerwehr.
dpa 2 Anwohner gafften auf die brennende Flüchtlingsunterkunft, klatschten Beifall und behinderten die Löscharbeiten der Feuerwehr.

Bautzen - Eine geplante Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen ist in der Nacht zu Sonntag in Flammen aufgegangen. Die Ursache des Brandes sei noch unklar, es werde "in alle Richtungen" ermittelt, teilte die Polizei mit.

Sie berichtete zudem von einigen teils alkoholisierten Schaulustigen - manche hätten das Brandgeschehen mit "abfälligen Bemerkungen oder unverhohlener Freude" kommentiert.

Die Polizei erteilte Platzverweise gegen drei Bautzener, die die Arbeit der Feuerwehr massiv behindert hätten.

Verletzt wurde nach derzeitigem Erkenntnisstand offenbar niemand, so die Polizei. Das Gebäude war zuletzt als Hotel genutzt worden.

Lesen Sie hier: Flüchtling (20) in Asylunterkunft erstochen

 

Vorfälle sind "erschreckend" und "schockierend" zugleich

 

Am Sonntagmorgen hat sich Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zu den jüngsten fremdenfeindlichen Vorfällen in Clausnitz, bei dem ein rechter Mob einen ankommenden Flüchtlingsbus stundelang blockierte, und Bautzen geäußert. Er bezeichnete die Übergriffe als "widerlich und abscheulich".

Die Vorfälle seien erschreckend und schockierend zugleich, sagte Tillich am Sonntag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher." Die Strafverfolgungsbehörden würden konsequent ermitteln und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Solche Taten besudelten "das, was die Menschen an Mut in der friedlichen Revolution aufgebracht haben und den Fleiß beim Wiederaufbau Sachsens".

Auch der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) verurteilte die Vorfälle in Bautzen scharf. "Was mich besonders betroffen macht, ist die Tatsache, dass mehrere betrunkene Bautzener vor Ort pöbelten", sagte Ulbig der Deutschen Presse-Agentur. Es sei "unerträglich, wie offen und respektlos der Hass auf Ausländer zur Schau getragen wird", fügte er hinzu. "Wir stehen vor einer großen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, diesen Hass aus den Köpfen der Menschen zu bekommen."

Auch wenn die Brandursache noch nicht feststehe, habe das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) der sächsischen Polizei die Ermittlungen bereits übernommen, weil ein fremdenfeindlicher Anschlag nicht ausgeschlossen werden könne.

 

 
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