Fesseln für die Finanz-Zocker

In den USA sollen jetzt Aktionäre bei der Bezahlung der Bankbosse mitreden können. Strengere Regeln auch in Europa. Aber immer noch fehlt eine effektive Aufsicht über die Spekulanten
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Die Polizei nahm den 22-Jährigen fest.
dpa Die Polizei nahm den 22-Jährigen fest.

LONDON/FRANKFURT - In den USA sollen jetzt Aktionäre bei der Bezahlung der Bankbosse mitreden können. Strengere Regeln auch in Europa. Aber immer noch fehlt eine effektive Aufsicht über die Spekulanten

Die Empörung über die Finanzkrise macht es möglich: Die USA sagen mit der größten Finanzmarktreform seit den 1930er Jahren Spekulanten den Kampf an. Auch in Europa stehen strengere Regeln an.

In den USA sollen jetzt Geschäfte mit Zocker-Papieren eingeschränkt und Verbraucher vor windigen Angeboten der Banken geschützt werden. Aktionäre sollen bei der Bezahlung der Bankbosse und der Höhe der Boni mitreden – wobei allerdings kaum zu erwarten sein dürfte, dass große Anleger wie Pensionsfonds den Managern keine üppigen Saläre gönnen werden.

Auch in Europa müssen sich Hedgefonds an strengere Regeln gewöhnen. EU-Finanzminister und das Europaparlament haben bereits beschlossen, dass die Zockerfonds ihre Strategien offenlegen müssen. Das heißt: Gezielte Angriffe gegen einzelne Währungen werden künftig frühzeitig bekannt. Jetzt wird erwartet, dass viele Fonds von London in die Schweiz oder exotische Standorte außerhalb Europas ausweichen. Englands Finanzminister George Osborne bangt um Steuereinnahmen in Höhe von zehn Milliarden Pfund, die ihm die Hedgefonds jährlich überweisen.

Wolfgang Gerke vom Bayerischen Finanzzentrum hält die Offenlegungspflicht und das deutsche Verbot bestimmter spekulativer Geschäfte für wenig sinnvoll. „Wichtiger wäre es, die Banken zu verpflichten, ihre Geschäfte mit mehr Eigenkapital zu unterlegen“, sagte er zur AZ. Das hieße: Banken oder Fonds könnten nicht mehr mit minimalem Einsatz maximale Summen bewegen. Die Spekulation würde weniger lukrativ. Außerdem will Gerke eine internationale Bankenaufsicht – „Die brauchen wir ganz dringend.“

sun

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