FDP in der Krise: Tritt jetzt Strack-Zimmermann an?

Es ist eine riesige Enttäuschung für den Landesverband der FDP in Baden-Württemberg – und damit auch für die Partei insgesamt. Mit 4,4 Prozent schafft die liberale Partei nicht einmal in ihrem Stammland den Wiedereinzug in den Landtag. Gegenüber der Wahl 2021 rauschten die Liberalen um insgesamt 6,1 Prozentpunkte ab.
Die EU-Parlamentarierin und prominente FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagt nach der Wahlschlappe offen zur AZ: "Der Wahrheit geschuldet ist, dass unsere Wählerbasis einfach zu schwach ist."
Strack-Zimmermann schließt stärkeres Engagement offenbar nicht aus
Zur Wahrheit gehöre auch, dass von der Bundespartei kein Rückenwind gekommen sei. Strack-Zimmermann kritisiert zudem den Kurs der Partei: "Die FDP irritiert viele Menschen zu oft und gibt zu selten überzeugende Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit." Die Menschen würden Lösungen erwarten und nicht nur "Kritik an dem, was andere machen".
Auf die Frage, ob die 67-Jährige nun die Bundespartei retten werde – oder ob das die Aufgabe von Wolfgang Kubicki, Vize-Bundesvorsitzender der FDP, sei – antwortet die EU-Politikerin: "Es geht nicht um persönliche Ambitionen. Es geht darum, die FDP gemeinsam wieder stärker zu machen. Wolfgang Kubicki und ich werden unseren Teil dazu beitragen, so wie viele andere auch." Ein stärkeres Engagement im Bundesvorstand scheint damit also nicht ausgeschlossen.
FDPlerin ging radikale Wette ein, falls die Partei den Einzug nicht schafft
Für die deutschen Liberalen wäre die prominente und in den Medien präsente Strack-Zimmermann sicherlich ein Hoffnungsschimmer – und vielleicht ein Weg aus der gelben Abwärtsspirale.
Wie steil diese nach unten zeigt, war offenbar nicht überall in der FDP vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg klar. Viele waren sich sicher, dass die Liberalen den Einzug in den Landtag schaffen würden.
Die FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner ging gegenüber der "Schwäbischen Zeitung" sogar eine riskante Wette ein: "Ich rasiere mir eine Glatze, wenn wir den Einzug in den Landtag verpassen. Alles weg. Radikal." Sie liebe ihre Haare, aber: "Sie werden mich niemals mit Glatze erleben. Weil wir sicher in den Landtag einziehen", gab sich die Liberale überzeugt.

"Falls ich mich täusche, sehen Sie mich im Frühjahr mit einer Glatze", versprach Büttner. Wann die Generalsekretärin ihre skurrilen Wettschulden einlöst, bleibt abzuwarten.