FDP in der Krise: Tritt jetzt Strack-Zimmermann an?

Während Marie-Agnes Strack-Zimmermann die Niederlage der FDP bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg offen einräumt und fehlenden Rückenwind aus der Bundespartei beklagt, sorgt eine andere Liberale für Schlagzeilen: Generalsekretärin Nicole Büttner könnte nach einer gewagten Wahl-Wette bald mit Glatze auftreten.
Sophia Willibald
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Nach der Wahlschlappe bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg kritisisert Marie-Agnes Strack-Zimmermann offen den Kurs der FDP.
Nach der Wahlschlappe bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg kritisisert Marie-Agnes Strack-Zimmermann offen den Kurs der FDP. © IMAGO/Bernd Elmenthaler

Es ist eine riesige Enttäuschung für den Landesverband der FDP in Baden-Württemberg – und damit auch für die Partei insgesamt. Mit 4,4 Prozent schafft die liberale Partei nicht einmal in ihrem Stammland den Wiedereinzug in den Landtag. Gegenüber der Wahl 2021 rauschten die Liberalen um insgesamt 6,1 Prozentpunkte ab.

Die EU-Parlamentarierin und prominente FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagt nach der Wahlschlappe offen zur AZ: "Der Wahrheit geschuldet ist, dass unsere Wählerbasis einfach zu schwach ist."

Strack-Zimmermann schließt stärkeres Engagement offenbar nicht aus

Zur Wahrheit gehöre auch, dass von der Bundespartei kein Rückenwind gekommen sei. Strack-Zimmermann kritisiert zudem den Kurs der Partei: "Die FDP irritiert viele Menschen zu oft und gibt zu selten überzeugende Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit." Die Menschen würden Lösungen erwarten und nicht nur "Kritik an dem, was andere machen".

Auf die Frage, ob die 67-Jährige nun die Bundespartei retten werde – oder ob das die Aufgabe von Wolfgang Kubicki, Vize-Bundesvorsitzender der FDP, sei – antwortet die EU-Politikerin: "Es geht nicht um persönliche Ambitionen. Es geht darum, die FDP gemeinsam wieder stärker zu machen. Wolfgang Kubicki und ich werden unseren Teil dazu beitragen, so wie viele andere auch." Ein stärkeres Engagement im Bundesvorstand scheint damit also nicht ausgeschlossen.

FDPlerin ging radikale Wette ein, falls die Partei den Einzug nicht schafft

Für die deutschen Liberalen wäre die prominente und in den Medien präsente Strack-Zimmermann sicherlich ein Hoffnungsschimmer – und vielleicht ein Weg aus der gelben Abwärtsspirale.

Wie steil diese nach unten zeigt, war offenbar nicht überall in der FDP vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg klar. Viele waren sich sicher, dass die Liberalen den Einzug in den Landtag schaffen würden.

Die FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner ging gegenüber der "Schwäbischen Zeitung" sogar eine riskante Wette ein: "Ich rasiere mir eine Glatze, wenn wir den Einzug in den Landtag verpassen. Alles weg. Radikal." Sie liebe ihre Haare, aber: "Sie werden mich niemals mit Glatze erleben. Weil wir sicher in den Landtag einziehen", gab sich die Liberale überzeugt.

Die Politikerin Nicole Büttner (FDP) in der ARD-Talkshow "hart aber fair" im Februar.
Die Politikerin Nicole Büttner (FDP) in der ARD-Talkshow "hart aber fair" im Februar. © IMAGO/Christoph Hardt

"Falls ich mich täusche, sehen Sie mich im Frühjahr mit einer Glatze", versprach Büttner. Wann die Generalsekretärin ihre skurrilen Wettschulden einlöst, bleibt abzuwarten.

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  • Dugi vor 3 Stunden / Bewertung:

    Ich bezweifle, dass das unter dem Dürr was wird mit der FDP.

    Dabei gäbe es klassische FDP-Themen, die im Moment kaum von den Parteien im Bundestag glaubwürdig vertreten werden. Mit der Koalition aus C-Parteien und SPD gibt es dagegen wieder mal einen Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung und der Kanzler Merz träumt von einer Klarnamenspflicht im Internet. Dobrindt verteilt Taser und weitet die Befungnisse der Bundespolizei aus.

    Von der FDP hört man dazu nichts. Ohne Lindner hat die Partei anscheinend keine Stimme, der man zuhören, geschweige denn die man wählen will.

    Insofern denke ich, war es das mit der FDP.

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  • Himbeer-Toni vor 2 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Dugi

    Das dies das Aus für die FDP ist, glaube ich nicht.
    Ich finde es schade das es die Stimme der Klein,- und mittelständischen Unternehmer nirgends mehr reinschafft. Und ja, ein Lindner geht der Partei schwer ab.

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