"Fataler Fehler": Ex-CSU-Chef Seehofer teilt erneut gegen Intimfeindin aus

Eine ganze Weile hat der ehemalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sich bedeckt gehalten. Nun meldet sich der CSU-Ehrenvorsitzende und ehemalige Chef der Christsozialen in einem Interview mit dem BR zurück – und teilt gegen eine Intimfeindin aus: Der Migrationskurs von Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) sei falsch gewesen und habe auch zum Erstarken der AfD beigetragen.
"Auch wenn sie es heute noch nicht so sieht wie ich, das war ein großer Fehler", sagte der 75-Jährige im BR-Politmagazin "Kontrovers" mit Blick auf die Migrationspolitik Merkels und die Flüchtlingssituation 2015.
Seehofer wirft Merkel vor, ihren Irrtum nicht einzusehen
Ebenfalls als Fehler der Ex-Kanzlerin sieht der ehemalige Bundesinnenminister, dass sie ihren Irrtum, wie er es nennt, bis heute nicht eingestehe. "Das Problem war die Haltung von Kanzlerin Merkel, dass sie eine Zurückweisung an der Grenze von Asylbewerbern nicht wollte, also abgelehnt hat", sagte Seehofer.
Das sei damals ihre Meinung gewesen und diese vertrete sie heute noch. "Da können Sie Innenminister sein, so lange Sie wollen: Wenn der Kanzler diese Grundlage nicht mitträgt, können Sie nichts machen."
Seit 2015 "Aufwachsen der AfD"
Aus Seehofers Sicht hat Merkel dazu beigetragen, dass die Zustimmung zur AfD wächst. "Seit der fatalen Fehlentscheidung von Angela Merkel 2015, die Grenzen aufzumachen oder durchlässig zu machen, haben wir das Aufwachsen der AfD.", sagte er dem BR. "Sie sind dann in alle Parlamente eingezogen."
Dem Ex-CSUler zufolge können nun nur die Christsozialen die Migrationswende schaffen. Er setzt auch große Hoffnungen in Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): "Ich habe die große Hoffnung im Herzen, dass die neue Regierung unter Friedrich Merz eine gute Politik macht, von der Wirtschaftspolitik bis zur Sozialpolitik, die dazu führt, dass die Leute sagen: ‘Wir haben Vertrauen zu denen, die AfD brauchen wir nicht mehr.’