Fast jeder Zweite erwartet Kanzlerwechsel vor Jahresende

Die CDU-Ministerpräsidenten haben Merz in der Kanzler-Krise zunächst den Rücken gestärkt. Trotzdem ist nicht sicher, wie es mit ihm nach den Wahlen weitergeht - und vor allem wie lange.
dpa |
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Die politische Zukunft von Kanzler Friedrich Merz bleibt ungewiss.
Die politische Zukunft von Kanzler Friedrich Merz bleibt ungewiss. © Michael Kappeler/dpa
Berlin

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland rechnet damit, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch in diesem Jahr abgelöst wird. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov vertraten 48 Prozent von 1.611 befragten Erwachsenen die Auffassung, dass der 70-Jährige zum Jahreswechsel kein Kanzler mehr ist. Nur 31 glauben dagegen, dass der CDU-Vorsitzende über diesen Zeitpunkt hinaus im Amt bleibt. 21 Prozent machten keine Angaben.

Der Kanzler ist seit dem Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt in seiner Partei massiv unter Druck. Seit Tagen wird darüber spekuliert, ob er sich im Amt halten kann. Die acht Ministerpräsidenten der CDU haben ihm zwar zunächst Rückendeckung gegeben. Bei weiteren Niederlagen der CDU in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin könnte am Sonntag aber eine neue Lage entstehen.

Wahlen könnten Lage für Merz ändern

In Mecklenburg-Vorpommern liegt die CDU nur noch bei 6 bis 7 Prozent in den Umfragen und droht aus dem Landtag zu fliegen. In Berlin liefert sich die CDU mit der Linken ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins und könnte den Posten des Regierenden Bürgermeisters verlieren. Merz will jedenfalls um sein Amt kämpfen. "Aufgeben ist für mich keine Option", hat er vergangene Woche nach der Wahl in Sachsen-Anhalt gesagt. 

Die persönlichen Umfragewerte des Kanzlers sind seit seinem Amtsantritt drastisch gesunken. Im ARD-Deutschlandtrend zeigten sich im Juni 2025 wenige Wochen nach seiner Vereidigung noch 39 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden. Anfang September 2026 waren es nur noch 13 Prozent. Das ist der bisher niedrigste im Deutschlandtrend gemessene Wert für einen amtierenden Kanzler.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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