Fall Ann Widdecombe: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Die Brexit-Politikerin wurde tot in ihrem Haus im Dartmoor aufgefunden. Sie wies schwere Verletzungen auf. Schnell gab es einen Mordverdächtigen. Doch nun geht die Suche von vorne los.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Ein zunächst festgenommener Verdächtiger wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gelassen.
Ein zunächst festgenommener Verdächtiger wurde inzwischen wieder auf freien Fuß gelassen. © Matt Keeble/PA Wire/dpa
London

Im mutmaßlichen Mordfall um die britische Brexit-Politikerin Ann Widdecombe gibt es eine überraschende Wende. Ein 26 Jahre alter Mann, der zunächst wegen Mordverdachts festgenommen wurde, sei inzwischen wieder auf freiem Fuß, teilte die Polizei laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Der Brite sei nicht mehr Teil der Ermittlungen. 

Der rätselhafte Fall hält derzeit Großbritannien in Atem. Die 78 Jahre alte frühere Abgeordnete und beinharte Brexit-Befürworterin Widdecombe war in ihrem Haus im Dartmoor in der Grafschaft Devon tot aufgefunden worden. Ihre Leiche wies schwere Verletzungen auf. Die Polizei ermittelt wegen Mordes. Nach der Freilassung des zunächst verdächtigten Mannes lagen jedoch zunächst keine Informationen über eine neue heiße Spur vor. 

Von einem terroristischen Hintergrund werde nicht ausgegangen, hatte Police Assistant Chief Constable Matt Longman von der Devon and Cornwall Police bei einer Pressekonferenz am Freitagabend gesagt. Es gebe keine Hinweise, dass es sich um eine politisch motivierte Tat handle. Ob sich diese Einschätzung inzwischen verändert hat, war nicht klar.

Widdecombe vertrat ultrakonservative Ansichten

Widdecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament und saß schließlich als überzeugte Befürworterin des EU-Austritts für die Brexit-Partei von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage als Abgeordnete im Europäischen Parlament. Später war sie Sprecherin der Nachfolgepartei Reform UK. Die zum Katholizismus übergetretene Politikerin vertrat zudem ultrakonservative Ansichten. So forderte sie etwa die Wiedereinführung der Todesstrafe, sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus. 

Widdecombe sei eine außergewöhnliche Frau gewesen, "die sich hinstellte und für das kämpfte, woran sie glaubte", sagte Farage in einer Videobotschaft auf X. Der umstrittene rechtspopulistische Politiker führt derzeit mit Reform UK die Umfragen an und will sich nach Niederlegung seines Unterhaus-Mandats im Wahlkreis Clacton bei einer Nachwahl wieder ins Parlament wählen lassen.

Auch im britischen Unterhaltungsfernsehen war Widdecombe keine Unbekannte: So trat sie etwa bei der Tanzshow "Strictly Come Dancing" und bei "Celebrity Big Brother" auf.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.