Erster Erfolg für die Studenten

Niedersachsen will den Bachelor überarbeiten und den Prüfungsstress verringern. Bildungsministerin Schavan spricht von „handwerklichen Fehlern“ und wirbt für eine Erhöhung des Bafög
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Szene von der Münchner Demo am Dienstag
Daniel von Loeper Szene von der Münchner Demo am Dienstag

MÜNCHEN - Niedersachsen will den Bachelor überarbeiten und den Prüfungsstress verringern. Bildungsministerin Schavan spricht von „handwerklichen Fehlern“ und wirbt für eine Erhöhung des Bafög

Überraschend schnell und überraschend deutlich: Die Studentenproteste haben erste Erfolge. Niedersachsens Hochschulminister Lutz Stratmann kündigte für sein Bundesland Reformen beim Bachelor-Studiengang an. Bundesbildungsministerin Annette Schavan schlug Bafög-Erhöhungen vor. Die Proteste an den Hochschulen gegen derweil weiter.

Es gehe darum, „die Kleinteiligkeit der Studieninhalte zu durchbrechen“, sagte Stratmann. Kompetenzvermittlung sei „wichtiger als früh vermitteltes Spezialwissen. Genau in diese Richtung gehen die Proteste der Studenten, die seit zwei Wochen ständig stärker werden. Ausgehend von Österreich gingen immer mehr Studierende auf die Straße oder besetzten Hörsäle und ganze Hochschulen. Der Audimax an der Münchner LMU ist seit mehr als zwei Wochen besetzt. In München und an anderen Unis sympathisieren Professoren mit dem Anliegen der Studenten.

Neben der Reform der Bachelor- und Master-Studiengänge beklagen die Studenten vor allem die Kürzungen in den diversen Fachbereichen und die Studiengebühren.

An denen, das hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer klar gemacht, wird nicht gerüttelt. Wissenschaftsminister Heubisch (FDP) hat angekündigt, über die Reform der Studiengänge und Hochschulfinanzierung mit den Länderkollegen reden zu wollen.

Am weitesten kommt bisher Niedersachsen den Studenten entgegen. Künftig sollten mehr achtsemestrige Bachelor-Studiengänge angeboten werden. „Wir müssen die Prüfungsdichte verringern, auch das beklagen die Studenten zurecht“, sagte Stratmann. Auch der Wechsel der Hochschulstandorte müsse wieder möglich sein. Die Studenten beklagen, dass durch starre Prüfungsordnungen und extrem verschulter Inhalte eine frei akademische Ausbildung nicht mehr möglich sei.

Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan hatte eingeräumt, dass es bei der Umsetzung der Studienreform mit Bachelor und Master „handwerkliche Fehler“ gegeben habe.

Schavan hat nach bundesweiten Protesten auch eine Bafög-Erhöhung ins Spiel gebracht: „Ich halte eine Erhöhung für richtig und werde sie den Ländern und dem Bundeskabinett vorschlagen“, sagte die CDU-Politikerin.

Unklar ist allerdings, woher das Geld angesichts klammer Kassen in Bund und Ländern kommen soll.

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