Erdogan will überraschend Wüst in Ankara empfangen

Regionale Regierungschefs werden normalerweise nicht von Staatspräsidenten empfangen - zumindest gilt das für Länder gleicher Größe und Bedeutung. Aber es gibt Ausnahmen.
dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ als Quelle bevorzugen
Drei Tage besucht Wüst die Türkei.
Drei Tage besucht Wüst die Türkei. © Rolf Vennenbernd/dpa
Ankara

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst überraschend zu einem Gespräch in seinem Palast in Ankara empfangen. "Bei dem Gespräch soll es um die engen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei, die wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie aktuelle politische Fragen gehen", hieß es aus der Delegation des Ministerpräsidenten. 

Das Treffen soll noch am Nachmittag stattfinden. Es ist ein ungewöhnlicher Schritt: Regionale Regierungschefs werden normalerweise nicht von Staatspräsidenten empfangen - zumindest gilt das für Länder gleicher Größe und Bedeutung. Aber es gibt Ausnahmen. Mit dem Termin verleiht Erdogan dem Besuch von Wüst jedenfalls besondere Bedeutung.

Ein Jahrestag ist Anlass für die Reise 

Hauptanlass der dreitägigen Reise ist der 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens, mit dem die Zuwanderung hunderttausender türkischer Arbeitskräfte in die Bundesrepublik Deutschland eingeleitet wurde. Es ist die erste Reise eines nordrhein-westfälischen Regierungschefs in die Türkei und für Wüst der erste Türkei-Besuch überhaupt.

Wüst hat sich zu Beginn der Reise dafür ausgesprochen, ein "neues Kapitel" in den deutsch-türkischen Beziehungen aufzuschlagen. "Wir wollen den Blick auf das Positive richten für eine gestärkte Zusammenarbeit in der Zukunft", sagte der CDU-Politiker. In einer guten und engen Partnerschaft könne man kritische Fragen und Themen einfacher ansprechen und für Verbesserungen eintreten. 

Wüst war am Morgen mit einer großen Delegation in einem Linienflieger von Düsseldorf nach Ankara aufgebrochen. Begleitet wird er unter anderem von einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation und mehr als 30 Journalisten. 

Wüst bekräftigt: Möchte Ministerpräsident bleiben

Der nordrhein-westfälische Regierungschef wird seit Wochen als möglicher Nachfolger des massiv unter Druck stehenden Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU) gehandelt. Zusammen mit den anderen sieben CDU-Ministerpräsidenten hat er dem Kanzler aber den Rücken gestärkt und sich gegen Personaldebatten ausgesprochen. Am Abend vor seiner Abreise bekräftigte er im ZDF: "Ich möchte Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen bleiben." 

Neue Tonlage seit Besuchen von Merz und Wadephul

Die deutsch-türkischen Beziehungen waren lange Zeit von offenen Differenzen geprägt. Die Antrittsbesuche von Kanzler Merz und Außenminister Johann Wadephul (CDU) vor einem Jahr brachten aber eine neue Tonlage. "Wir wollen insgesamt eine Positivagenda", sagte der Außenminister damals. Und der Besuch des Kanzlers mit seiner Frau Charlotte in der türkischen Hauptstadt diente der Wiederbelebung einer echten strategischen Partnerschaft mit der Türkei.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen
lädt ... nicht eingeloggt
 
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.