Das sind die Topverdiener im Bundestag

Jeder vierte Abgeordnete verdient sich nebenbei noch etwas hinzu. 11,6 Millionen Euro kommen so seit Beginn der Legislaturperiode zusammen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher sein.
| Tobias Wolf
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Topverdiener unter den CDU-Abgeordneten: Albert Stegemann, 878 500 bis 965 500 €, Gesamtplatz 2.
dpa 15 Topverdiener unter den CDU-Abgeordneten: Albert Stegemann, 878 500 bis 965 500 €, Gesamtplatz 2.
Gefolgt von Johannes Röring, 862 000 bis 1 345 000 €, Gesamtplatz 3.
dpa 15 Gefolgt von Johannes Röring, 862 000 bis 1 345 000 €, Gesamtplatz 3.
Stephan Harbarth (CDU), 650 000 bis 725 000 €, Gesamtplatz 4.
dpa 15 Stephan Harbarth (CDU), 650 000 bis 725 000 €, Gesamtplatz 4.
Der Topverdiener der kleinen Schwester CSU steht auch im Gesamtranking ganz vorne: Philipp Graf Lerchenfeld, 1 148 000 bis 1 674 000 €, Gesamtplatz 1.
dpa 15 Der Topverdiener der kleinen Schwester CSU steht auch im Gesamtranking ganz vorne: Philipp Graf Lerchenfeld, 1 148 000 bis 1 674 000 €, Gesamtplatz 1.
Hans Michelbach, 500 000 bis 500 000 €, Gesamtplatz 6.
dpa 15 Hans Michelbach, 500 000 bis 500 000 €, Gesamtplatz 6.
Dagmar Wöhrl, 432 000 bis 740 000 Euro, Gesamtplatz 7.
dpa 15 Dagmar Wöhrl, 432 000 bis 740 000 Euro, Gesamtplatz 7.
Der erste Nicht-Unions-Abgeordnete auf der Liste ist Peer Steinbrück von der SPD, 189 000 bis 323 500 €, Gesamtplatz 12.
dpa 15 Der erste Nicht-Unions-Abgeordnete auf der Liste ist Peer Steinbrück von der SPD, 189 000 bis 323 500 €, Gesamtplatz 12.
Achim Post (SPD), 165 000 bis 330 000 €, Gesamtplatz 13.
dpa 15 Achim Post (SPD), 165 000 bis 330 000 €, Gesamtplatz 13.
Daniela De Ridder (SPD), 158 500 bis 325 000 €, Gesamtplatz 15.
dpa 15 Daniela De Ridder (SPD), 158 500 bis 325 000 €, Gesamtplatz 15.
Der erste Abgeordnete der Links-Partei auf der Liste: Gregor Gysi, 67 000 bis 114 500 €, Gesamtplatz 41.
dpa 15 Der erste Abgeordnete der Links-Partei auf der Liste: Gregor Gysi, 67 000 bis 114 500 €, Gesamtplatz 41.
Diether Dehm (Die Linke), 30 000 bis 60 000 €, Gesamtplatz 60.
dpa 15 Diether Dehm (Die Linke), 30 000 bis 60 000 €, Gesamtplatz 60.
Jutta Krellmann (Die Linke), 20 000 bis 70 000 €, Gesamtplatz 85.
dpa 15 Jutta Krellmann (Die Linke), 20 000 bis 70 000 €, Gesamtplatz 85.
Peter Meiwald ist der Topverdiener unter den Grünen, 30 000 bis 60 000 €, Gesamtplatz 62.
dpa 15 Peter Meiwald ist der Topverdiener unter den Grünen, 30 000 bis 60 000 €, Gesamtplatz 62.
Jürgen Trittin, 29 000 bis 81 500 €, Gesamtplatz 66.
dpa 15 Jürgen Trittin, 29 000 bis 81 500 €, Gesamtplatz 66.
Cem Özdemir, 20 000 bis 70 000 €, Gesamtplatz 91.
dpa 15 Cem Özdemir, 20 000 bis 70 000 €, Gesamtplatz 91.

Mindestens 11,6 Millionen, vermutlich aber bis zu 21,4 Millionen Euro: So viel haben die Abgeordneten im Bundestag seit Beginn der Legislaturperiode im Oktober 2013 mit Nebenjobs hinzuverdient. Das berichtet die Transparenzorganisation abgeordnetenwatch.de mit Bezug auf die aktuellen Angaben der Parlamentarier auf der Bundestags-Homepage.

Demnach verdient sich jeder Abgeordnete neben seinem Job als Volksvertreter noch etwas hinzu. Sieben Parlamentarier erhielten im vergangenen Jahr mit ihrem Zweitjob sogar höhere Bruttoeinkünfte als Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auf ein Gehalt von 222 081 Euro kam.

Lesen Sie auch: Unionspolitiker kassieren am meisten nebenher

Angeführt wird die Liste vom CSU-Mann Philipp Graf von und zu Lerchenfeld (Landwirt), der 783 000 bis 1,674 Millionen Euro nebenbei verdient. Dahinter folgen zehn weitere Unionspolitiker. Der erste SPDler ist Peer Steinbrück mit 189 000 bis 323 500 Euro. Auf Rang 41 kommt mit Gregor Gysi der erste Linke (67 000 bis 114 500 Euro). Auf Platz 62 folgt mit Peter Meiwald (30 000 bis 60 000 Euro) schließlich der erste Grüne.

„Wenn Abgeordnete mit ihren Nebentätigkeiten mehr verdienen als die Bundeskanzlerin, läuft etwas gehörig schief. Wir müssen jetzt darüber diskutieren, ob Nebeneinkünfte nicht komplett verboten werden sollten,“ kritisiert Gregor Hackmack, Geschäftsführer von abgeordnetenwatch.de. Nach den Recherchen der Transparenzplattform gaben 156 der 631 Abgeordneten seit Beginn der Legislaturperiode Zuverdienste an – das ist fast jeder vierte. Bei der CSU ist es sogar jeder zweite (26 von 56).

Sicher nachweisen lasse sich durch die Angaben der Volksvertreter, dass sie in dieser Legislaturperiode Nebeneinkünfte von 11,6 Millionen Euro kassiert haben. „Dies ist allerdings nur die Mindestsumme – tatsächlich können die Abgeordneten bis zu 21,4 Millionen Euro eingestrichen haben“, heißt es in der Mitteilung von abgeordnetenwatch.de.

Der Grund für die Grauzone ist, dass die Parlamentarier nicht die tatsächliche Höhe eines Nebenjobs veröffentlichen, sondern ihre Einkünfte jeweils einer von zehn Stufen zuordnen müssen.

Die Höchststufe 10, in die Einkünfte von mindestens 250 000 Euro fallen, ist nicht gedeckelt. Ob ein Politiker 250 001 Euro oder eine Million Euro hinzuverdient, ist nicht ersichtlich. Seit 2013 haben fünf Parlamentarier Einkünfte dieser Stufe erhalten, schreibt abgeorndetenwatch.de „Dass Millionen Euro im Dunkeln bleiben ist nicht hinnehmbar. Die Abgeordneten müssen endlich sämtliche Nebeneinkünfte offenlegen, und zwar vom ersten Euro bis zum letzten Cent“, fordert Hackmack. Er rechnet mit nicht angegebenen Zuverdiensten von rund zehn Millionen Euro.

Doch es gebe noch weitere „große Schlupflöcher“. Denn bestimmte Einkünfte müssen die Parlamentarier überhaupt nicht melden. Vollkommen im Dunkeln bleiben alle Nebenverdienste, die unterhalb von 1000 Euro monatlich beziehungsweise unterhalb von 10 000 Euro jährlich liegen.

Bei Freiberuflern wie Landwirten oder Rechtsanwälten ist außerdem nicht bekannt, wer die Mandanten oder Geschäftspartner sind, von denen einige Politiker bis zu mehrere hunderttausend Euro erhalten. „Die Verschleierung von Geldgebern ist ein Einfallstor für Lobbyisten“, moniert abgeordnetenwatch.de-Geschäftsführer Hackmack. „Die Bürger müssen in einer Demokratie wissen, von wem ihre Repräsentanten Geld kassieren.“

Unsere Bilderstrecke zeigt die drei jeweiligen Topverdiener der fünf Parteien im Bundestag. Die vollständige Liste der Nebenverdienste aller Abgeordneter gibt’s im Internet unter www.abgeordnetenwatch.de.

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