Bundeswehr in Mali: Nicht genug

"Norbert Lammert hat Recht mit seiner Kritik." Georg Thanscheidt, der Vize-Chefredakteur der AZ, über den deutschen Beitrag zum Mali-Einsatz.
| Georg Thanscheidt
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Jetzt auch noch Mali?! Ist die Bundeswehr nicht schon an so vielen, an zu vielen Orten der Welt aktiv? Und ist nicht schon die Unterstützung durch zwei Transall-Maschinen zu viel, weil die Gefahr besteht, dass Deutschland dadurch in einen weiteren militärischen Konflikt hineingezogen wird?

Dies sind die gängigen Bedenken, wenn es um Auslandseinsätze der Bundeswehr geht. In Bezug auf die Lage in Mali treffen sie nicht zu: Nur 5800 Soldaten von insgesamt 190000 sind derzeit im Auslandseinsatz – die meisten davon in Afghanistan. 14 weitere Soldaten haben nun zwei altgediente Transall-Maschinen nach Mali geflogen. Sie sollen die westafrikanischen Ecowas-Truppen in die Hauptstadt Bamako bringen – Truppen, die es ironischerweise noch gar nicht gibt: Nur 250 der bisher geplanten bis zu 5000 Soldaten sind bisher verfügbar. Auch deswegen kann sich Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) nicht vorstellen, dass „irgendjemand das für den deutschen Beitrag hält“. Und er hat Recht.

Denn mit zwei Flugzeugen und 250 Togolesen oder Nigerianern lassen sich die Islamisten nicht aufhalten. Ohne das Eingreifen Frankreichs hätten die größtenteils ausländischen Terroristen ganz Mali erobert. Es ist gut, dass unsere Nachbarn dies verhindert haben. Wer diese Ansicht teilt – und das tut die Bundesregierung ja offensichtlich – muss mehr tun, als Geld und zwei Flugzeuge zu stellen. Zwar ist dies mehr, als Deutschland beim Libyen-Konflikt getan hat – aber genug ist es nicht.

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