Warnung vor Gurken, Salat, Tomaten aufgehoben

EHEC-Epidemie: Die Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate wird aufgehoben. Die Warnung für Sprossen bleibt dagegen bestehen.
| dpa
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Die wegen der EHEC-Epidemie geltende Warnung vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate wird nach dpa-Informationen aufgehoben. Die Warnung für Sprossen bleibt dagegen bestehen.

Berlin - Zugleich sieht Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) Chancen für ein baldiges Ende der EHEC-Epidemie in Deutschland. "Das ist Anlass für berechtigten Optimismus", sagte Bahr in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Bahr verteidigte die bestehenden Strukturen des Gesundheitssystems bei der Bekämpfung der EHEC-Epidemie. Er räumte aber zugleich auch Mängel bei der Weitergabe der Informationen über die Erkrankungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) ein. "Die Kommunikation ist nicht optimal gelaufen ... Dass man sie verbessern muss, ist klar", sagte der Ressortchef. Das RKI untersteht dem Gesundheitsministerium.

Auch Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) räumte Verbesserungsmöglichkeiten ein. Es gebe in Deutschland klare Absprachen und eine klare Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. "Aber natürlich ist nichts so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". "Deshalb werden wir uns in den kommenden Wochen sicher zu einer Manöverkritik zusammensetzen." So werde man sich "mit der Frage zu beschäftigen haben, wer künftig in ähnlichen Fällen nach außen spricht."

Behörden in Hessen gehen davon aus, dass der Keim möglicherweise auch von Menschen übertragen wurde. Einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ, Freitag) zufolge könnte eine infizierte Angehörige einer Cateringfirma aus Hessen dafür verantwortlich sein, dass Ende Mai mindestens acht Gäste einer Festgesellschaft im niedersächsischen Göttingen an EHEC erkrankten.

"Wir haben Hinweise darauf, dass es sich in diesem Fall um eine Infektion vom Menschen handeln könnte", sagte eine Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums der "HAZ". Die Behörden prüfen, ob die Frau den Erreger auf das gelieferte Essen übertragen haben könnte. Mindestens einer der erkrankten Gäste habe angegeben, weder Salat noch Gemüse oder Sprossen gegessen zu haben.

Die Europäische Union und Russland wollen am Freitag auf ihrem Gipfeltreffen in Nischni Nowgorod an der Wolga weiter um eine Lösung im Streit um das Einfuhrverbot für europäisches Gemüse ringen. Russland hat wegen des Darmkeims EHEC vor einer Woche alle Gemüseimporte aus EU-Staaten gestoppt. Die EU hält den Boykott für überzogen.

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