Total-Chef de Margerie tot: Flugzeug kracht gegen Schneepflug

Beim Start in Moskau rammt das Flugzeug von Total-Chef de Margerie einen Schneepflug. War der Fahrer betrunken? Der Spitzenmanager von Europas drittgrößtem Ölkonzern stirbt. Frankreich trauert.
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Total-Chef Christophe de Margerie ist tot. Mit seinem Flugzeug Falcon 50 hat er einen Schneepflug gerammt.
dpa Total-Chef Christophe de Margerie ist tot. Mit seinem Flugzeug Falcon 50 hat er einen Schneepflug gerammt.

Moskau/Paris - Der Chef des französischen Mineralkonzerns Total, Christophe de Margerie, ist bei einem Flugzeugunfall in Moskau getötet worden. Europas drittgrößter Ölkonzern bestätigte in einer Mitteilung am frühen Dienstag den Tod seines Generaldirektors.

Lesen Sie hier: Total-Chef tot - Wie viel Promille hatte der Todes-Fahrer des Schneepflugs?

In der Erklärung auf der Total-Website hieß es: "Die Total-Gruppe bestätigt mit großer Ergriffenheit und tiefer Trauer, dass ihr Generaldirektor Christophe de Margerie diese Nacht kurz nach 22.00 Uhr (MESZ)" bei einem Unfall auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo ums Leben gekommen ist. Das Geschäftsreiseflugzeug vom Typ "Falcon 50" sei im Nebel beim Start mit Ziel Paris mit einem Schneeräumfahrzeug zusammengeprallt, hieß es zuvor von russischen Behörden. Alkohol am Steuer! War der Fahrer des Pflugs alkoholisiert?

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Alle vier Insassen an Bord überlebten den Unfall nicht. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Die Sicht zum Unfallzeitpunkt habe 350 Meter betragen, teilte der Flughafen mit. Der Fahrer des Schneepflugs sei entgegen ersten Berichten nicht verletzt worden. Das Flugzeug sei ausgebrannt. Der Flugbetrieb sei kurzzeitig unterbrochen gewesen.

Wie Focus.de unter Bezug auf rt.com berichtet, soll der Fahrer der Schneepflugs unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Das habe der zusrtändige Ermittler mitgeteilt. Es gibt außerdem den Verdacht, dass mehrere Mitarbeiter des Flughafens ihre Pflichten vernachlässigt hätten.

 

Der 63 Jahre alte de Margerie arbeitete seit 1974 für das Unternehmen, aus dem später Total wurde, und war seit 2007 Firmenchef. Der Manager mit dem Spitznamen "Big Moustache" (zu Deutsch: Großer Schnauzbart) war Vater von drei Kindern und gehörte mütterlicherseits zu den Nachkommen der mit Champagner und Luxushotels groß gewordenen Taittinger-Dynastie.

Die französische Zeitung "Le Monde" berichtete, dass der Mineralölkonzern noch in der Nacht eine Krisensitzung am Unternehmenssitz im Geschäftsviertel La Défense vor den Toren von Paris einberufen habe. De Margerie hatte Total zuletzt stärker ins Geschäft in Russland gebracht, unter anderem durch ein gemeinsames Projekt in Sibirien mit dem russischen Konzern Lukoil. Außerdem ist Total bei der Gasförderung auf der russischen Jamal-Halbinsel mit dabei. Das Ziel war, stärker von den großen russischen Naturreserven zu profitieren. Der Kreml hatte in den vergangenen Jahren die Kontrolle über die russische Energiebranche verstärkt. Total ist auch in anderen Regionen wie Indonesien oder Kasachstan aktiv.

Bereits in der Nacht sprachen französische Politiker im Kurznachrichtendienst Twitter ihr Beileid aus und würdigten die Verdienste von de Margerie. Der Manager war zunächst 1995 als Chef des Geschäfts im Nahen Osten in die Führungsriege von Total aufgestiegen. Nach der Fusion mit dem belgischen Petrofina-Konzern übernahm er 1999 den zentralen Bereich Erschließung und Produktion. Kurz vor seinem Wechsel an die Spitze geriet Margerie zeitweise ins Visier von Ermittlern, die seine Verstrickung in illegale Geschäfte mit dem Irak und dem Iran vermuteten. Die Anschuldigungen wurden aber fallengelassen.

Bei Total war die Altersgrenze für den Chefposten vor einigen Monaten von 65 auf 70 Jahre angehoben worden, was de Margerie noch Zeit für die Auswahl eines Nachfolgers verschafft hätte. Französische Branchenbeobachter rechneten in der Tradition des Konzerns mit einer internen Nachfolgelösung.

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