SUV-Boom und schmale Fahrbahnen: Schweizer Straßen sollen breiter werden

Ein SUV gilt für viele Autofahrer mittlerweile als Statussymbol. Aber viele Straßen sind nicht groß genug für Großflotten an Geländelimousinen. In der Schweiz sollen die Fahrbahnen deshalb breiter gemacht werden.
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Ein SUV des Typs Borgward BX7 TS fährt in der Innenstadt. (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa Ein SUV des Typs Borgward BX7 TS fährt in der Innenstadt. (Symbolbild)

Größer, breiter, protziger: Der Trend in der Automobil-Industrie geht zu den Geländelimousinen SUV. Aber vielerorts sind die Straßen nicht breit genug für diese großen Fahrzeuge, die schon mal eine Breite von über zwei Meter haben können. In der Schweiz sind die Straßen anscheinend so schmal, dass Regierung und Fachleute jetzt reagieren wollen.

Ein SUV auf einer schmalen Landstraße kann schnell zum Sicherheitsrisiko werden. Abruptes Abremsen beim Kreuzen oder Probleme beim Überholen sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Experten des Verbandes für Verkehrsfachleute Schweiz (VSS) reagieren auf die zunehmende Zahl der Geländelimousinen. "Wenn die Fahrzeuge breiter werden, muss auch die Straße breiter sein, sonst erhöht sich die Gefahr von Unfällen", sagt VSS-Präsident Jean-Marc Jeanneret gegenüber dem "Tages-Anzeiger".

Viele Straßen in der Schweiz sind zu schmal

Jörg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Straßen (Astra), sieht das Problem laut "Tages-Anzeiger" ähnlich: "Viele Straßen sind heute zu schmal, um den Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer gerecht zu werden. [...] Breitere Straßenräume können einen wichtigen Beitrag leisten, um ein sicheres Miteinander auf verkehrsorientierten Straßen auch in Zukunft zu gewährleisten."

Zwischen zehn bis 50 Zentimeter sollen die schweizer Straßen verbreitert werden. Das könnte auch für mehr Sicherheit bei Fahrradfahrern sorgen, da die Autos nicht mehr in einem Zentimeterabstand an ihnen vorbeirauschen würden.

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Kritik an breiteren Straßen: "Kapitulation vor den Klimazielen"

Das Vorhaben von Bund und VSS stößt aber auch auf scharfe Kritik. Die Nationalrätin Aline Trede (Grüne) sagt der Zeitung "20 Minuten": "Das Energiegesetz verpflichtet den Bundesrat, den CO2-Ausstoß im Verkehr zu senken. Wenn man jetzt die Straßen breiter macht und damit den SUV entgegenkommt, kommt das einer Kapitulation vor den Klimazielen gleich."

Auch Deutschland hat Probleme mit zu breiten SUV

Auch in Deutschland ist die wachsende Zahl der SUV ein Problem im Straßenverkehr, besonders in Großstädten. Da kann das Parken eines übergroßen Autos zum unmöglichen Vorhaben werden. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagt Frank Jülich, Chef des Verkehrsplanungsamts Nürnberg: "Die Autos werden immer breiter und länger. Und die Großstädte sind insbesondere in der dichtbebauten Innenstadt darauf nicht ausgelegt. Es gibt tatsächlich immer mehr Probleme. Wir planen nach den Richtlinien, die uns vorgegeben sind. Meine Ingenieure wissen, dass sie an den Straßen zwei Meter breite Parkstreifen planen, die aber in der Regel, in dem Maß für die großen breiten SUV schon zu schmal sind."

Für die Schweiz fordert Ruedi Blumer, Präsident des Verkehrs-Clubs der Schweiz (VCS), statt breiterer Straßen die Einführung von mehr 30-Zonen. Das könnte die Attraktivität der SUV senken und die Menschen zumindest in Großstädten zu mehr Fahrradfahren bewegen.

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