"Positiv zusammen leben": Neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag

"Positiv zusammen leben" - unter diesem Motto sollen Unsicherheiten im Umgang mit HIV-Infizierten beseitigt werden.
| dpa
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Berlin - Am Montag - dem Welt-Aids-Tag - gab Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Berlin den Startschuss für eine groß angelegte Aufklärungskampagne. "Die Kampagne ist ein Appell, HIV-positive Menschen nicht auszugrenzen", erklärte Gröhe. Man wolle bestehende Ängste aufgreifen und durch verbesserte Information einen offeneren Umgang mit den Infizierten fördern.

Das Gesundheitsministerium führt die Kampagne gemeinsam mit der Deutschen Aids-Hilfe, der Deutschen Aids-Stiftung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) durch. Eine aktuelle Studie der BZgA ergab, dass zwar 85 Prozent der Deutschen mit einem HIV-Positiven in die Kantine gehen würden; doch nur jeder Zweite würde einen Infizierten küssen. Dabei gebe es in beiden Situationen kein Ansteckungsrisiko - auch darauf will die neue Kampagne hinweisen.

Deutschlands Ärzte rufen ebenfalls zu einem vorurteilsfreien Umgang mit den Betroffenen auf. "Etliche Ängste vor einer HIV-Übertragung im Alltag sind unbegründet", betonte der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich. In Deutschland leben rund 80 000 Menschen mit HIV. Weltweit sind etwa 35 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert.

In Russland steigt die Zahl der Infektionen derzeit dramatisch an. Nach Angaben von Medizinern in Moskau kommen täglich mehr als 200 Neuinfektionen hinzu. Bis Ende des kommenden Jahres wird mit etwa einer Million registrierter Ansteckungen gerechnet. Vor allem fehle es an Medikamenten, um Infizierte frühzeitig zu behandeln, sagte der Leiter des föderalen Zentrums zum Kampf gegen Aids, Wadim Pokrowski. Nur 175 000 Bedürftige erhielten derzeit Arzneimittel. Diese Zahl müsse dringend verdoppelt werden.

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