Liebes-Strategien: Das macht Paare glücklich

Kann man in den eigenen Partner verliebt bleiben - auch noch nach Jahren? Ja, meint Paar-Coach Nina Deißer. Mit diesen sieben Liebes-Strategien.
| Irene Kleber
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Kann man in den Partner verliebt bleiben - auch nach Jahren? Ja! Meint Paar-Coach Nina Deißler.

Liebe fällt vom Himmel – und dann wird unser Schatz uns einfach so immer glücklich machen? Schön wär’s. Wer den ersten Sturm der Liebesgefühle hinter sich hat, der weiß es besser.

Nach zwei Beziehungsjahren schleicht sich bei vielen Paaren ein rauerer Tonfall ein. Liebesbeweise bleiben aus, gemeinsame Träumereien, prickelnde Schäferstündchen auch. Im vierten Jahr sind viele Beziehungen am Ende.

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Der Mechanismus? Statt zu loben, nörgeln wir. Statt uns ehrlich auszutauschen, fokussieren wir auf Fehler. „Wer seinen Partner verurteilt, fühlt sich weniger zu ihm hingezogen“, so erklärt das die Beziehungsexpertin Nina Deißler.

„Fühle ich aber weniger Zuneigung, schleichen sich leichter schlechte Gedanken ein, ich verhalte mich weniger liebevoll. Dadurch ist er weniger motiviert, sich liebevoll zu verhalten.“ Es entsteht eine Spirale nach unten. Weg von der Liebe hin zu Kontrolle, Missgunst, Schuld. „Wir merken oft gar nicht, dass wir selbst es sind, die die Liebe zerstören, die uns verbindet.“

Wie lassen sich solche Muster vermeiden? In ihrem neuen Buch „Für immer verliebt“ erklärt sie, mit welchen Tricks sich das Glück auf Dauer halten lässt.

 

1. Üben Sie Zwiegespräche

Wissen Sie, was Ihr Schatz gestern Nacht geträumt hat? Worüber er sich gefreut hat die Woche? Ob er gerade etwas dringend braucht? Angeblich reden deutsche Paare täglich bis zu einer Stunde miteinander, ergab eine GfK-Studie. Nur: In aller Regel dreht sich’s um Organisationskram. Nur jedes zehnte Paar spricht über Gefühle. Nina Deißler empfiehlt dafür die Technik eines „Zwiegesprächs“ – und das geht so:

Setzen Sie sich ein Mal die Woche für eine Stunde zusammen. Jeder hat eine Viertelstunde Sprechzeit, in der er nicht unterbrochen werden darf. „Reden Sie dabei über sich, was Sie fühlen, brauchen, denken – nicht, was der Partner getan oder nicht getan hat“, sagt die Trainerin. Was hat Ihnen diese Woche Freude gemacht? Wofür möchten Sie dem Partner danken? Um Verzeihung bitten?

Sprechen Sie in der Ich-Form, vermeiden Sie Anschuldigungen. Nach der Viertelstunde fasst Ihr Partner kurz zusammen, was er verstanden hat. Sie bestätigen oder korrigieren. Danach tauschen Zuhörer und Sprecher die Rollen.

 

2. Jede Woche eine Mini-Überraschung

Ein Post-It mit einer süßen Nachricht. Ein Gutschein für einen Ausflug, den Ihr Schatz sich wünscht. Ein Versprechen eines erotischen Spielchens. Kleine Geschenke, am besten wöchentlich, zeigen: Hey, ich hab’ an dich gedacht – und fluten den Partner mit Schmetterlingsgefühlen.

Ihnen fällt nicht genug ein? „Schreiben Sie sich auf, wenn Ihr Partner etwas erwähnt, das er sich wünscht oder das er als Kind geliebt hat“, rät Nina Deißler. „Notieren Sie Lieblingsbands, -gerichte und alles, worüber sich Ihr Schatz positiv äußert. Das gibt einen Fundus an Ideen.“

 

3. Nörgeln? Bitte nicht!

Mal überlegt, warum Sie neulich so auf Ihrem Partner herumgehackt haben? Wollten Sie, dass er sich schuldig fühlt, damit Sie mit Ihren Wünschen leichter durchkommen? Haben Sie sich über etwas geärgert, was schon Ihr Ex/Ihre Mutter/Ihr Bruder so gemacht hat?

„Vieles, wofür man den Partner kritisiert, hat mit der eigenen Verfassung zu tun“, mahnt die Paar-Expertin. „Je schlechter man sich fühlt, umso mehr neigt man dazu, den Schatz klein zu reden.“

Das Schlimmste daran: Jede Kritik macht dem Partner ein mieses Gefühl. Also genau das Gegenteil dessen, was er sich wünscht, was die Beziehung für ihn wertvoll, den Liebespartner anziehend macht. „Versuchen Sie, Ihren Partner eine Woche nicht zu kritisieren – egal, worum es geht. Überlegen Sie vorher und nachher: Wie nah fühlen Sie sich ihm? Wie selbstbewusst wirkt er? Wie sehr geht er auf Ihre Bedürfnisse ein? Vergleichen Sie die Ergebnisse.“

 

4. Loben Sie täglich

Nicht geschimpft ist schon gelobt? Falsch! Ein Lob ist Dünger für die Liebe. Wer gelobt wird, fühlt sich wohl und bestätigt – und wird immer wieder Dinge tun wollen, die ein Lob verdienen. „Beginnen Sie in dieser Woche bewusst, sich bei Ihrem Partner zu bedanken und ihn zu loben“, rät Nina Deißler. „Zeigen Sie ihm drei Mal am Tag Ihre Wertschätzung.“

 

5. Verbringen Sie Zeit allein

Gehen zwei Menschen eine Beziehung ein, gibt es plötzlich drei Welten: Seine, ihre und die gemeinsame. „Alle drei müssen für eine gesunde Beziehung erhalten bleiben“, sagt Nina Deißler. Verbringen Sie regelmäßig Zeit ohne Ihren Partner. Führen Sie Männer- und Frauen-Wochenenden ein. Gönnen Sie sich was, was Ihr Schatz ohnehin nicht genießen würde. Es aktiviert das Potenzial für ein Gefühl, das Treibstoff für lange Verliebtheit ist: Sehnsucht.

 

6. Kultivieren Sie Rituale – und Events gegen den Alltag

Die Kuschelminuten vor dem Einschlafen, die Smiley-SMS morgens aus der S-Bahn: Rituale geben Geborgenheit. Gleichzeitig wünscht sich jeder in einer Paarbeziehung Aufregungen und Überraschungen: ein tolles Konzert? Ein spannender Großstadt-Trip? Ein gemeinsames Schwitzhütten-Seminar?

Nina Deißler rät: „Überprüfen Sie ein Mal im Jahr: Welche Rituale haben wir? Welche würde ich mir wünschen? Welche Überraschungen hat mein Schatz mir bereitet? Was würde ich mir häufiger wünschen?“

 

7. Spinnen Sie verrückte Ideen

Zu wissen, wovon der Partner heimlich fabuliert, bringt einander näher. Und nur wer die Träume kennt, kann sie auch erfüllen helfen. „Führen Sie Spinner-Gespräche“, rät die Paar-Expertin. „Jeder schreibt auf eine Liste 30 Dinge, die er gern erleben, tun, haben oder erreichen möchte, ehe er stirbt. Lassen Sie dabei alles zu, es gibt kein ,das geht nicht’.“

Erzählen Sie sich, was auf Ihren Listen steht und spinnen Sie Gedanken weiter. Am Ende ergibt sich daraus etwas Neues? Vielleicht: etwas Gemeinsames?

 

Mehr zum Thema können Sie im neuen Ratgeber „Für immer verliebt“ (Knaur Verlag) nachlesen, den Nina Deißler zusammen mit ihrem Mann Claudius Mach geschrieben hat.

 

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