Lena geht es "fantastisch"

Nur Platz 10? Kein Problem für Lena: "Ich fühle mich wie auf Wolke 2000." Die Grand-Prix-Krone gab sie an Aserbaidschan ab. Die ARD erreicht eine Top-Quote.  
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen

Nur Platz 10? Kein Problem für Lena: "Ich fühle mich wie auf Wolke 2000." Die Grand-Prix-Krone gab sie an Aserbaidschan ab. Die ARD erreicht eine Top-Quote.

Düsseldorf  – Lena hat die Grand-Prix-Krone an Aserbaidschan weitergegeben. Das Duo Ell und Nikki gewann am Samstagabend mit dem einschmeichelnden Liebeslied „Running Scared“ den Eurovision Song Contest in Düsseldorf, Lena kam mit ihrer Mystik-Pop-Nummer auf einen ordentlichen zehnten Platz. Italien schaffte es nach 14 Jahren Eurovisions-Pause mit einer Swingnummer direkt auf Platz zwei; Schweden belegte Rang drei. Die Schweiz – überraschend ins Finale gekommen – landete auf dem letzten Platz im 25er Teilnehmerfeld. Für Aserbaidschan ist es der erste Sieg in der 55-jährigen Grand-Prix-Geschichte.

Nun dürfte sich das kleine vorderasiatische Land kollektiv auf den ESC 2012 freuen, der vermutlich in der Hauptstadt Baku über die Bühne gehen wird. Schon im Juni sollen die Vorbereitungen für den nächsten Song Contest beginnen. Als Termin für das Finale ist der 26. Mai 2012 vorgesehen. Das Gewinnerpaar zeigte sich überwältigt: „Für uns ist ein Traum wahr geworden“, sagten der Sänger Eldar Qasimov und seine Partnerin Nigar Jamal am frühen Sonntagmorgen in Düsseldorf. Bis vor wenigen Monaten sei sie noch Hausfrau gewesen, meinte die Sängerin und Mutter von zwei Kindern. „Das ist alles unglaublich.“ Aserbaidschan blickt auf eine kurze, aber erfolgreiche Geschichte beim Grand Prix zurück.

Vor dem Sieg von Düsseldorf hatte das Land erst dreimal an der weltgrößten Musikshow teilgenommen und es jedes Mal in die Top 10 geschafft. „Die Welt braucht mehr Gefühl“, antwortete Eldar Qasimov auf die Frage nach dem Erfolgsrezept. Er hatte sich mit seiner Duettpartnerin in einem spannenden Herzschlagfinale erst sehr spät mit zuletzt 221 Punkten vor Italien (189) und Schweden (185) setzen können. Im Finale waren alle 43 diesjährigen Grand-Prix-Teilnehmer stimmberechtigt, also auch die Nationen, die bereits im Halbfinale ausgeschieden waren.

Lena scheint mit dem Ergebnis bei ihrer missglückten Mission Titelverteidigung zufrieden. Wenigstens ließ sich die 19-Jährige in ihrer Reaktion kurz nach der dreistündigen Show keine Enttäuschung anmerken. „Es geht mir fantastisch“, sagte sie in der ARD zu Platz zehn mit 107 Punkten. „Ich fühl mich wie auf Wolke 2000. Von mir fällt ein Riesenstein.“ Auch ihre Fans scheinen mit Platz zehn leben zu können. Die 12 000 Zuschauer beim Public Viewing in Lenas Heimatstadt Hannover freuten sich größtenteils über die Performance und feierten eine ausgelassene Grand-Prix-Party – ebenso wie tausende Fans auf der Hamburger Reeperbahn und am Rheinufer in Düsseldorf.

Die größte TV-Show, die das deutsche Fernsehen je produziert hat, bot tolles Kino: Eine fantastische Bühne, ein vor Farbbrillanz sprühender Riesenscreen von 60 Mal 18 Metern, verspielt-künstlerische Einspielfilmchen und untypisch-deutsche Gags. Gut, das Ganze hat die Gebührenzahler auch rund zwölf Millionen Euro gekostet. Aber die Shows in Oslo und Moskau in den Vorjahren waren noch teurer, wie die ARD-Vorsitzende Monika Piel kurz vor dem Finale betonte – und außerdem ist der letzte Grand Prix auf deutschem Boden ja auch 28 Jahre her.

Das Moderatoren-Trio Anke Engelke, Judith Rakers und Stefan Raab machte seine Sache gut: Engelke überzeugte durch Witz und ihre Eloquenz in perfektem Englisch und Französisch, „Tagesschau“-Sprecherin Rakers zeigte sich als Diva in silbrig glänzenden Galakleidern. Raab überzeugte weniger als Moderator denn als musizierender Entertainer: Seine Show-Eröffnung mit „Satellite“ - Lenas Gewinnersong von 2010 – war ein Kracher: Rockig und mit Big-Band-Unterstützung interpretierte er das Lied völlig neu. Und als Sahnehäubchen durfte Lena aus einem Pulk von Lena-Klonen auf einen Kontrabass steigen und die letzten Takte mitträllern.

Top-Quote für die ARD: 13,83 Millionen Zuschauer haben am Samstagabend den Eurovision Song Contest aus Düsseldorf gesehen. Das war fast jeder zweite Fernsehzuschauer (49,3 Prozent) in Deutschland. Damit reichte die Zuschauerzahl nahezu an den Wert des vergangenen Jahres heran, als die Lena-Manie der ARD 14,69 Millionen Zuschauer beschert hatte.

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren