Keine TV-Rekordquote: Zu schönes Wetter

Freiluft statt Couch: Die Fußball-WM erreicht auch beim Klassiker Deutschland gegen England keine neue Rekordquote, weil es immer mehr Fans weg vom heimischen Bildschirm auf die Fanmeilen zieht.
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Public Viewing statt Fernseher
dpa Public Viewing statt Fernseher

Freiluft statt Couch: Die Fußball-WM erreicht auch beim Klassiker Deutschland gegen England keine neue Rekordquote, weil es immer mehr Fans weg vom heimischen Bildschirm auf die Fanmeilen zieht.

Wird Deutschland fußballmüde? Ein Blick auf die TV-Quoten scheint dies zu beweisen. Über 25 Millionen Zuschauer ab drei Jahren verfolgten den WM-Klassiker Deutschland gegen England vor dem heimischen Bildschirm – das waren 87,2 Prozent aller TV-Zuschauer. Den 1:0-Sieg Deutschlands gegen Ghana und den Einzug ins Viertelfinale hatten noch vier Millionen Menschen mehr gesehen. Doch was auf den ersten Blick wie Zuschauerrückgang aussieht, hat eine einfache Erklärung. Die Besucher von Gaststätten oder Fanmeilen, Biergärten oder des Olympiastadions werden nicht von der Marktforschungsfirma Media Control erfasst, sie fließen nicht in die Quote ein. Sobald also ein TV-Ereignis zur Massenparty wird, leidet die Quote.

Auf über zwölf Millionen Menschen schätzte Media Control schon beim WM-Auftaktspiel der Deutschen gegen Australien die Zahl der Fußballfans, die das Spiel sahen, aber nicht erfasst wurden. Es wären summiert also fast vierzig Millionen Bundesbürger gewesen. Auch diese Zahl ist sicherlich bei strahlendem Sonnenschein und einem arbeitsfreien Spieltag gegen England übertrumpft worden, aber genaue Berechnungen gibt es dazu nicht.

Die bisherige Rekord-Einschaltquote im Fernsehen wurde beim WM-Halbfinale 2006 Deutschland – Italien mit 29,66 Millionen im ZDF erreicht. Damit diese am Samstag im Viertelfinale gegen Argentinien geknackt werden könnte, bräuchten die Sender vor allem schlechtes Wetter in Deutschland. Doch danach sieht es zur Zeit gar nicht aus.

Die Sender sind dennoch zufrieden. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat bislang die Erwartungen des ZDF erfüllt. Zu diesem Ergebnis kam ZDF-Intendant Markus Schächter in einer Halbzeit-Bilanz. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz, der mit seiner Redaktion für die WM-Berichterstattung 2006 den deutschen Fernsehpreis erhalten hat, zieht ebenfalls eine „eindeutig positive Zwischenbilanz“ nach den Gruppenspielen in Südafrika:

„Die Entscheidung, mit der Präsentation der Sendungen nach Südafrika zu gehen, hat sich als richtig erwiesen. Die Zuschauer spüren die Nähe zum Ereignis. Die sportlich-informative Ausrichtung mit einigen neuen Programm-Elementen stimmt. Die Quoten sprechen für sich. Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn beeindrucken als sympathisch-kompetentes WM-Duo.“ AZ

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