"Kein Handy im Kinderwagen": Prien drängt Ärzte zur Beratung

Gegen die Risiken von zu viel Bildschirmzeit wird auch in Deutschland ein Social-Media-Verbot für Kinder diskutiert. Die Familienministerin aber meint: Man muss viel früher ansetzen.
dpa |
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Bildschirme ziehen auch Babys oft magisch an - aber die Familienministerin warnt. (Symbolbild)
Bildschirme ziehen auch Babys oft magisch an - aber die Familienministerin warnt. (Symbolbild) © Elisa Schu/dpa
Berlin

Kinderärzte sollten aus Sicht von Familienministerin Karin Prien junge Eltern direkt nach der Geburt aufklären, dass Handys oder Tablets nichts für Kleinkinder sind. "Ich würde schon in der Kinderarztpraxis unmittelbar nach der Geburt beginnen", sagte die CDU-Politikerin im Podcast Table.Today. "Ich glaube, da muss sehr viel deutlicher darauf hingewiesen werden, dass zum Beispiel bis zum Alter von drei Jahren etwa Handys oder iPads gar nichts zu suchen haben, weder im Kinderwagen noch im Kinderzimmer."

Später seien Kita, Schule und Kinder- und Jugendhilfe bei der Aufklärung über Risiken gefragt, sagte Prien. "Aber das wird ein gesamtgesellschaftliches Projekt werden und auch eine gesamtgesellschaftliche Strategie erfordern." 

Hintergrund ist die Debatte über Social-Media-Gefahren für Kinder und Jugendliche. Prien ist für Beschränkungen, wartet aber auf Empfehlungen einer von ihr eingesetzten Expertenkommission. Zugleich betont sie, ein Verbot allein werde Gefahren problematischer Nutzung nicht abwenden.

Ein Kodex für Eltern?

Kinder lernten durch Zuschauen und Zuhören, sagte sie in dem Podcast. "Deshalb wird es auch Disziplin der Eltern erfordern. Ich glaube, wir brauchen da so eine Art Kodex, den auch Eltern für sich annehmen müssen." Eltern müssten in diesen Fragen auch in Konflikte mit ihren Kindern gehen. 

"Also in Frankreich zum Beispiel, da ist das durchaus verpönt am Esstisch, digitale Endgeräte liegen zu haben oder gar zu benutzen", sagte Prien. "Ich glaube schon, dass man da auch in Deutschland noch mal wieder zu einer anderen Haltung kommen kann gesellschaftlich."

Die Bundes-CDU befürwortete im Februar ein Mindestalter von 14 Jahren für soziale Medien wie Tiktok und Instagram. Auch die SPD hat sich für feste Altersgrenzen ausgesprochen. In der schwarz-roten Koalition hat die CSU Widerspruch gegen Altersgrenzen angemeldet.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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