Kaufhaus Harrods: Verkauft an Scheichs

Es ist eines der berühmtesten Kaufhäuser der Welt - das Harrods in London. Es machte auch seinen Besitzer bekannt. Jetzt verkauft al Fayed das Haus an an Investoren aus Katar.
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Der ägyptische Millionär Mohammed al Fayed
dpa Der ägyptische Millionär Mohammed al Fayed

LONDON - Es ist eines der berühmtesten Kaufhäuser der Welt - das Harrods in London. Es machte auch seinen Besitzer bekannt. Jetzt verkauft al Fayed das Haus an an Investoren aus Katar.

Austern in den legendären Essens-Hallen schlürfen, ein paar Socken für eine dreistellige Summe kaufen – das Sortiment des weltberühmten Londoner Kaufhauses Harrods dürften seine neuen Besitzer schon ganz gut kennen. Reiche arabische Kunden gehören schließlich zu den Wichtigsten des Konsumtempels. Vielleicht hat den Scheichs aus dem Emirat Katar das Luxus-Shoppen bei Harrods so gut gefallen, dass sie jetzt gleich das ganze Haus gekauft haben. Dessen schillernder und millionenschwerer Besitzer Mohamed Al-Fayed hat sich nun von seinem Lieblingsstück getrennt.

Der Ägypter hat vor allem mit seinen Verschwörungstheorien gegen das britische Königshaus Schlagzeilen gemacht. Sein Sohn Dodi war Liebhaber von Prinzessin Diana und kam zusammen mit ihr bei einem Autounfall um. „Nach 25 Jahren als Chef von Harrods hat sich Mohamed Al-Fayed entschieden, in den Ruhestand zu gehen und mehr Zeit mit seinen Kindern und Enkelkindern zu verbringen“, erklärte sein Berater am Samstag. Auf dem Kassenbon soll die Summe von 1,5 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro) gestanden haben, hieß es von den Sendern BBC und Sky News. Bei Harrods selber wollte zunächst niemand etwas sagen.

„Als er sich entschlossen hatte, in Pension zu gehen, wollte er sicherstellen, dass das Erbe und die Traditionen, die er bei Harrods geschaffen hat, weitergeführt werden“, erklärte der Berater weiter. Ausgesucht hat er sich als Käufer deshalb einen Luxusspezialisten, der auch schon bei Porsche und der britischen Barclays Bank eingestiegen ist: die arabische Qatar Holding des Emirats Katar.

Über seinen Staatsfonds investiert der Golfstaat nicht nur in die einheimische Infrastruktur und Wirtschaft, sondern kauft auch im Ausland ein. Der 2005 gegründete Fonds soll die Wirtschaft des Landes stärken und die Einnahmen aus den Rohstoffvorkommen ergänzen und vermehren. Katar gehört dank seiner großen Öl- und Gasvorkommen zu den reichsten Ländern der Welt – und unter den Einwohnern ist sicher der eine oder andere Harrods-Kunde.

Al-Fayed hatte das historische Kaufhaus 1985 gekauft, unter anderem auch deswegen, um im Londoner Establishment Fuß zu fassen. Auch der Londoner Fußballclub Fulham gehört ihm. Trotz vieler Versuche und obwohl er sogar Abgeordnete bestochen haben soll, hat er es immer noch nicht geschafft, die britische Staatsbürgerschaft zu bekommen.

Zehn Jahre lang war er auch vollkommen mit einer anderen Mission beschäftigt: Dem Versuch, ein Mordkomplott zu beweisen. Als Prinzessin Diana 1997 bei einem Unfall in Paris starb, war auch Al- Fayeds Sohn Dodi mit im Auto. Al-Fayed kämpfte vor Gericht für seine Theorie, das britische Königshaus habe die beiden umbringen wollen, weil es eine Hochzeit zwischen Diana und einem Muslim verhindern wollte. Er klagte sogar vor dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, weil er meinte, die Ermittlungen der französischen Justiz zum Unfall seien schlecht und dauerten zu lange. Seine Beschwerde wurde allerdings abgelehnt.

Erst vor zwei Jahren gab er auf – seine Meinung änderte er aber nicht. „Ich habe genug. Ich werde es nun Gott überlassen, mir meine Rache zu geben. Ich mache jetzt nichts mehr“, sagte er. „Ich bin ein Vater, der seinen Sohn verloren hat und ich habe zehn Jahre lang alles getan, was ich tun konnte.“

Den Berichten zufolge will der 77-jährige Al-Fayed weiterhin ein bisschen bei Harrods mitmischen, wenn auch nicht mehr im Tagesgeschäft. Und eine Erinnerung von ihm bleibt dem legendären Haus sowieso erhalten: Die wegen ihrer Kitschigkeit berüchtigte Erinnerungsskulptur an Diana und Dodi. „Unschuldige Opfer“ heißt sie und zeigt die beiden, wie sie verliebt zusammen tanzen. Vielleicht wird er auch auf ewig mit Harrods verbunden sein. Angeblich soll er einmal gesagt haben, er wolle dort begraben werden.

Britta Gürke dpa

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