Kampusch-Entführer hielt alles auf Video fest

Das ganze Leid soll auf Video gebannt sein: Wie ein neues Buch enthüllt, soll Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil das Leben seines Opfers ausführlich mit der Kamera festgehalten haben.
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München - Knapp zehn Jahre ist es her, dass Natascha Kampusch ihrem Entführer und Peiniger Wolfgang Priklopil entkommen konnte. Nun erscheint bald ein Buch, das neue Einblicke in die 3096 Tage dauernde Gefangenschaft der jungen Frau geben soll. Der Hamburger Autor und ehemalige Kriminalbeamte Peter Reichard hat ein Protokoll über den Fall geschrieben. In der "Welt am Sonntag" gab Reichard nun erste Ausschnitte aus seinem Buch "Der Entführungsfall Natascha Kampusch. Die ganze beschämende Wahrheit" (Veröffentlichung: 21. März) preis.

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Die Ausführungen des ehemaligen Kriminalbeamten beruhen dabei unter anderem auf Videoaufnahmen, die im Haus des Entführers Priklopil gefunden wurden. Das aus der Zeit zwischen 1998 und 2006 Filmmaterial existiert, war der Öffentlichkeit bisher vorenthalten gewesen. Laut Reichard hätten die Beamten den Fund damals an "die Kollegen aus dem Ermittlungsbereich" übergeben. "Es habe sich um Familienszenen gehandelt. Es sei nichts Belastendes darauf zu sehen gewesen. (...) Zu sehen gewesen seien eine Weihnachtsfeier, Ostern, Geburtstage", zitiert die "Welt am Sonntag" aus dem Buch.

Kampusch-Entführer: War es gar kein Selbstmord?

Die Aufnahmen seien laut der Zeitung streng unter Verschluss - doch die Szenen, die darauf zu sehen seien, würden alle Verschwörungstheorien, die im Laufe der Jahre im Fall Natascha Kampusch entstanden waren, widerlegen. Stattdessen seien sie ein Beweis, dass die Österreicherin zu jedem Zeitpunkt die Wahrheit über ihre Entführung gesagt habe.

Wie aus den Auszügen aus Reichards Buch hervorgeht, sei Natascha Kampusch auf den Aufnahmen extrem abgemagert und oft nur leicht oder gar nicht bekleidet zu sehen. Von ihrem Peiniger sei sie aufgefordert worden, ihn mit "Gebieter" oder "Maestro" anzusprechen - er hingegen nannte sie "Sklavin". Gegen Ende sei ihr "Wiederspruchsgeist" - so beschreibt es Reichard - stark gewachsen: "Millimeter um Millimeter verschoben sich die Machtverhältnisse in ihre Richtung."

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