"Bares für Rares": Horst Lichter staunt über Wert von Lampen-Klassikern aus München
Mit seinem "Fuffi"-Preistipp lag Horst Lichter in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" ordentlich daneben. Denn die beiden Wandleuchten entpuppten sich als wertvolle Designklassiker. Im Händlerraum kam es deshalb prompt zum Bietergefecht - mit einem glücklichen Gewinner und einer Händlerin, die ihm den Erfolg nicht gönnte.
Sein Vater wollte nicht selbst kommen, deshalb übernahm Alexander aus Geldern den Verkauf. Lichter versicherte scherzhaft: "Und dabei sind wir nett." Bei den beiden Wandleuchten konnte er seine fehlende Begeisterung allerdings nicht verbergen. "Das war damals wohl Mode", kommentierte er. Die Leuchten waren seit 1973 im Besitz der Familie.
Lichter und Detlev Kümmel waren sich bei den Objekten alles andere als einig. "Unser einem muss das ja nicht gefallen", meinte Lichter, während der Experte begeistert entgegnete: "Also, mir gefällt's." Im passenden Haus seien die Stücke "ein Hingucker". Schließlich steckte hinter dem ungewöhnlichen Entwurf ein renommierter Designer.
Die "Uchiwa 2"-Leuchten stammten von Designer Ingo Maurer aus den 1970er Jahren. Die Inspiration dafür hatte Maurer zuvor in Japan gefunden. Als Autodidakt bereiste er in den 1960er Jahren das Land und besuchte dort Fischerdörfer, in denen außerhalb der Saison traditionelle Fächer gefertigt wurden. Aus diesen Fächern entwickelte er die Leuchten.
Horst Lichter unterschätzt Rarität deutlich: "Ich habe am Anfang an einen Fuffi gedacht"
Bei den Leuchten handelte es sich also um originale japanische Fächer aus Bambus und Reispapier. Eine schlichte Konstruktion aus Eisen befestigte sie dann als Wandleuchten. Gefertigt und verkauft wurden die außergewöhnlichen Designstücke damals in limitierter Auflage unter dem Label Design M, erklärte Kümmel.
Heute galten die "Uchiwa 2"-Leuchten als echte Designklassiker und das Design-M-Studio hatte noch immer seinen Sitz in München. Der Zustand der beiden Exemplare war laut dem Experten "tadellos" - mit einer kleinen Ausnahme: Ein Fächer hatte einen Riss. Und bei Designerstücken konnte selbst ein kleiner Makel den Wert "immens" schmälern.
Dass die Leuchten nach all den Jahren noch fast weiß waren, sei durchaus ungewöhnlich, fand Kümmel. Denn Reispapier vergilbte als natürliches Material mit der Zeit. Alexander hatte dafür eine einfache Erklärung: Die Wandleuchten hingen im Schlafzimmer seiner Eltern und wurden dort nie eingeschaltet. So blieben sie sehr gut erhalten.
3000 Euro wünschte sich der Verkäufer, mindestens 2000 Euro wollte sein Vater erzielen. Lichter bekam bei dieser Preisvorstellung prompt "Bauchschmerzen". Doch dann bestätigte Kümmel tatsächlich die hohe Schätzung und taxierte die beiden Leuchten auf 2000 bis 3000 Euro. "Hör auf", staunte Lichter - und musste zugeben: "Ich bin geplättet." Kaum war Alexander mit seiner Händlerkarte verschwunden, gestand Lichter seinem Experten: "Unter uns zwei, ich habe am Anfang an einen Fuffi gedacht." Als Lichter anschließend erklärte: "Ich habe echt keine Ahnung", lieferte Kümmel die passende Ergänzung: "Aber davon jede Menge", als kleiner Seitenhieb unter Kollegen.
Friedrich Häusser erwirbt Zuckerdose für 600 Euro
Sarah Schreiber erkannte sofort: "Oh wow, der Klassiker von Ingo Maurer." Auch Benjamin Leo Leo kannte die Objekte genau und schien deshalb wenig begeistert, dass Schreiber ebenfalls Interesse zeigte. Susanne Steiger hatte dagegen eine ganz andere Assoziation: Sie erinnerten die Wandleuchten an "eine einsame Insel mit zwei Palmwedlern".
Schreiber wusste genau, was die "Uchiwa 2"-Leuchten wert waren. Sie lobte zunächst den guten Zustand: "Ich kenne die löchrig, vergilbt, verfärbt." Dann startete sie mit 1.000 Euro. Während Anaisio Guedes überrascht schaute, bestätigte Benjamin Leo Leo die Einschätzung und bot 1.400 Euro. Schreiber legte prompt nach und erhöhte auf 2.000 Euro.
Als Benjamin Leo Leo auf 2.200 Euro erhöhte, musste Schreiber "schweren Herzens" passen. Dabei hätte sie die Leuchten offenbar selbst gerne gehabt, war sich aber unsicher, ob ihr "Schatz" davon begeistert wäre. Leo Leo war nach dem Zuschlag "richtig glücklich". Schreiber dagegen brachte es auf den Punkt: "Ich gönne es Leo Leo - nicht."
Als weiteres Objekt der Sendung beschrieb Friederike Werner ein Werk von Albert Birkle (1931) "sehr dynamisch" und taxierte 15.000 bis 20.000 Euro. Die Verkäufer hatten sich nur 5.000 Euro gewünscht und waren "unglaublich" überrascht. Doch Sarah Schreiber bot nicht mehr als 5.000 Euro und so wurde das Bild nicht verkauft. Eine Zuckerdose aus 800er Silber datierte Heide Rezepa-Zabel nach 1886 bis 1905. Für die Dose von David Vollgold, einem Hofgoldschmied aus Berlin, wünschte sich der Verkäufer 500 Euro. Die Expertin taxierte 700 bis 800 Euro. Am Ende zahlte Friedrich Häusser 600 Euro für das antike Objekt.
Eine Katzenfigur aus Keramik von Tierbildhauer Louis Riché datierte Friederike Werner in den 1920er bis 1940er Jahren: "Damals war das Siamkätzchen sehr en vogue." Für das Art-déco-Objekt lag der Wunschpreis bei 200 Euro, geschätzt wurden 150 bis 200 Euro und Friedrich Häusser zahlte auch 200 Euro.
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