Hauseinsturz in Görlitz: Suche nach Vermissten läuft

Spürhunde klettern auf dem Schutt eines eingestürzten Hauses und suchen nach verschütteten Menschen. Ein Mann vermutet seine Frau und seine Cousine unter den Trümmern. Das ist die Lage am Abend.
Inga Jahn, dpa |
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Spürhunde sollen mögliche Verschüttete finden.
Spürhunde sollen mögliche Verschüttete finden. © Paul Glaser/dpa
Görlitz

Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in der Innenstadt von Görlitz läuft die Suche nach Vermissten. Fünf Menschen seien nicht erreichbar, sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner der Deutschen Presse-Agentur. Es könne sein, dass sich diese zum Zeitpunkt des Einsturzes im Haus aufhielten. 

An der Unfallstelle wurden unter anderem zwei Spürhunde eingesetzt. Das Haus war am frühen Abend eingestürzt, die genaue Ursache dafür ist noch unklar. Bestätigt wurde aber inzwischen, dass es ein Gasleck gab. Die Vermisstensuche soll die ganze Nacht über weitergeführt werden.

In dem Gründerzeithause in der James-von-Moltke-Straße unweit des Görlitzer Bahnhofs befanden sich laut Polizei Miet- und Ferienwohnungen. "Davon waren mehrere Parteien vermietet", sagte die Polizeisprecherin. 

Gasleck Grund für den Einsturz?

Wenige Stunden, nachdem das Haus in der Stadt im Osten von Sachsen in sich zusammengefallen war, wurde nach Polizeiangaben ein Gasleck gefunden. Es befinde sich unter den Trümmern. Polizeisprecherin Leuschner betonte, es sei trotzdem weiter unklar, ob der Einsturz durch das Austreten von Gas verursacht wurde. "Es muss nicht heißen, dass es eine Gasexplosion gab", sagte sie. 

Bis zum späten Abend waren insgesamt rund 120 Einsatzkräfte vor Ort. Dank spezieller Messgeräte könne trotz des Gaslecks nach Vermissten gesucht werden, sagte Leuschner. Zuvor hatten Zeugen der Polizei von einer Explosion und dem Geruch von Gas berichtet. Außerdem wurden am Unglücksort Geräte aufgebaut, die Erschütterungen messen.

Einsatzkräfte rufen "Können Sie uns hören?"

Derzeit laufe an der Unfallstelle die Vermisstensuche auf Hochtouren, betonte Leuschner. Die Spürhunde kletterten auf die Trümmer und zeigten an, wenn sie etwas bemerkten. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks standen vor dem eingestürzten Gebäude und riefen: "Hier ist das THW, können Sie uns hören?". Am Einsturzort hielt sich zu dieser Zeit auch ein Mann auf, der seine Frau und seine Cousine in dem eingestürzten Haus vermutete. 

Nach Angaben des Ordnungsamtes handelt es sich bei dem Haus um ein Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft KommWohnen, die ein Tochterunternehmen der Stadt Görlitz ist. Der Bereich um das Haus wurde weiträumig evakuiert und abgesperrt. Am Dienstagmorgen (8.30 Uhr) soll es in der Jägerkaserne in Görlitz eine Pressekonferenz geben - mit Vertreterinnen und Vertretern von Stadt, Polizei und Feuerwehr.

Schaulustige wurden von Einsturzstelle ferngehalten

Nach dem Einsturz hatte die Polizei mindestens drei Häuser evakuiert. Außerdem wurde der Ort des Geschehens so abgesperrt, dass Schaulustige das Haus nicht mehr sehen konnten. Dennoch waren Menschen gekommen, die an der Absperrung standen und die Lage beobachteten. Der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu (CDU), machte sich am Einsturzort ein Bild von der Lage. 

Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, sie liegt in der sächsischen Oberlausitz direkt an der Neiße und hat 57.000 Einwohner. Seit 1998 bildet Görlitz zusammen mit der östlich gelegenen polnischen Nachbarstadt Zgorzelec eine grenzüberschreitende Europastadt. Wegen der historischen unzerstörten Altstadtkulisse ist die Stadt auch ein gefragter Drehort für internationale Filmproduktionen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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