Hamburg-Mannheimer: Sex-Orgie für Vertreter

Aber „Hallo, Herr Kaiser!” – was hat sich denn da hinter Ihrem Rücken zugetragen? Wie jetzt herauskam, hat die Hamburg-Mannheimer nicht nur „kaiserlich versichert”, sondern auch kaiserlich belohnt.
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Ein Prostituierte hat jahrelang zu ihrem Liebeslohn Hartz IV kassiert.(Symbolbild)
dpa Ein Prostituierte hat jahrelang zu ihrem Liebeslohn Hartz IV kassiert.(Symbolbild)

Düsseldorf - Vor drei Jahren lud die Chefetage des Versicherungskonzerns ihre 100 besten Vertreter zu einer ausschweifenden Sex-Party nach Budapest ein. Dazu mietete die Hamburg-Mannheimer, die 2010 im Versicherungskonzern Ergo aufging, eigens die Nobel-Therme „Gellert” an. Die erlesenen Gäste, so heißt es in einer eidesstattlichen Erklärung eines Teilnehmers, seien am Eingang wie bei einer Sicherheitskontrolle am Flughafen durchsucht worden. Es sei ihnen „bei Strafe” verboten worden, Fotos oder Filme von der Veranstaltung zu machen. Geholfen hat es am Ende nicht. Der Sex-Trip ist aufgeflogen.

„Es ist richtig, dass es im Juni 2007 eine Incentive-Reise nach Budapest gegeben hat”, räumte Ergo-Pressesprecherin Alexandra Klemme ein. „Unsere Recherchen haben ergeben, dass bei einer Abendveranstaltung im Rahmen dieser Reise zirka 20 Prostituierte anwesend waren.”

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Die Damen, so berichteten die Gäste später übereinstimmend, waren mit roten, gelben und weißen Bändern gekennzeichnet worden: Die einen gingen bis zum Äußersten, die anderen nicht – und die weißen waren nur für die Vorstände und die Top-Vertriebler reserviert. Mangelnde Organisation kann man dem Versicherungskonzern, der das Saubermann-Image bis zur Perfektion pflegte, wahrlich kaum vorwerfen.

 

Fast 40 Jahre lang war die legendär biedere Werbefigur „Herr Kaiser” das Aushängeschild der Hamburg-Mannheimer. Er versicherte seinen Kunden „Mehr vom Leben!” – ein Motto, das die ehrenwerten Bosse sehr freizügig auslegten.

Das Budapester Jugendstil-Bad – dessen heiße Thermalquellen sich günstig bei Verschleißerscheinungen und Gefäßverengungen auswirken – war in ein privates Bordell verwandelt worden. Rechts und links von den Quellen sollen Himmelbetten gestanden haben. „Jeder konnte mit einer der Damen auf eines der Betten gehen und tun, was er wollte”, sagte ein Teilnehmer eidesstattlich. Kontrolle und Ordnung wurden aber auch hier groß geschrieben: Nach jeder Partie Sex bekamen die Prostituierte einen Stempel aufgedrückt. „So wurde festgehalten, welche Dame wie oft frequentiert wurde.”

Die Ergo hat mittlerweile in einer Stellungnahme erklärt, dass es „einen gravierenden Verstoß gegen geltende Richtlinien des Unternehmens” gegeben habe und dass die verantwortliche Führungskraft und das verantwortliche Vorstandsmitglied für das Unternehmen nicht mehr tätig seien. Der illustre Kreis der 100 hat sich bei der Sex-Orgie aber offenbar prächtig amüsiert. Im Mitarbeitermagazin „Profil” heißt es in der Ausgabe vom Juli 2007: „Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht” – „Oder aber, sie sind so abgefahren, so sagenhaft und unbeschreiblich, dass es sie beinahe nicht geben dürfte.”

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