Gefängnisstrafe: Tätowierer schneidet Kunden Ohren ab

Körperkunst oder Verstümmelung? Der englische Tätowierkünstler "Dr. Evil" schneidet Kunden auf Wunsch die Ohren ab. Jetzt ist er dafür zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden.
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In England wurde ein Tätowierkünstler, der seinen Kunden auf Anfrage die Ohren abschneidet, zu mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilt. (Symbolbild)
Oliver Berg/dpa In England wurde ein Tätowierkünstler, der seinen Kunden auf Anfrage die Ohren abschneidet, zu mehr als drei Jahren Gefängnis verurteilt. (Symbolbild)

Im Bereich der Körperkunst gehen manche Menschen bis an die Grenzen. Gespaltene Zungen, tätowierte Augäpfel oder abgeschnittene Ohren - für Anhänger der Bodymodification sind solche Veränderungen ein Schönheitsideal. Der als "Dr. Evil" bekannte Tätowierkünstler Brendan McCarthy hat solche Wünsche seiner Kunden in die Tat umgesetzt - und muss jetzt dafür mehr als drei Jahre ins Gefängnis.

Tätowierer zu über drei Jahren Gefängnis verurteilt

Die chirurgischen Eingriffe ließ der 50-jährige McCarthy von seinen Kunden schriftlich bestätigen. Für den Richter waren diese Erklärungen aber kein Grund für einen Freispruch. "Er hatte keine Qualifikation, um chirurgische Eingriffe durchzuführen oder mögliche nachteilige Folgen einzuschätzen", sagte der Richter laut "Sky News". Deshalb muss "Dr. Evil" für drei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. 

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Der bekannte deutsche Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke ist von dem harten Urteil enttäuscht. Auf Facebook schreibt er: "Der erfahrene Body Modification-Profi Brendan McCarthy wurde soeben zu vierzig Monaten Knast (!) verurteilt, obwohl alle seiner Kund*innen aufgeklärt und zufrieden mit seiner Arbeit sind."

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Auf der Plattform "change.org" gibt es mehrere Petitionen, welche die Freilassung von "Dr. Evil" fordern. In der Begründung heißt es: "Ihn zu bestrafen, weil er in einem sterilen Atelierraum auf hohem Niveau konzentrierte Verfahren durchführt, ist nichts anderes als eine Diskriminierung der alternativen und modifizierten Gemeinschaft, und er sollte sofort freigelassen werden, da es keine Fehlverhalten gab." Innerhalb von zwei Tagen haben dort bereits mehr als 10.000 Menschen unterschrieben.

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