Ärztin soll für Abtreibungen geworben haben

Eine Ärztin steht in Gießen vor Gericht: Sie soll unerlaubte Werbung für Schwangerschaftsabbrüche gemacht haben. Der Fall heizt die jahrzehntelange Debatte zwischen Befürwortern von Selbstbestimmungsrechten der Frauen und Abtreibungsgegnern an.
| dpa
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Kristina Hänel hat eine Online-Petition mit dem Titel "Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch" gestartet.
dpa Kristina Hänel hat eine Online-Petition mit dem Titel "Informationsrecht für Frauen zum Schwangerschaftsabbruch" gestartet.

Gießen - Vor Beginn des Prozesses um unerlaubte Werbung für Schwangerschaftsabbrüche in Gießen ist die angeklagte Ärztin am Gerichtsgebäude von Unterstützern empfangen worden.

"Es geht um das gemeinsame Einstehen von Errungenschaften der Frauenbewegung", sagte die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Ulla Schauws, am Morgen bei der Versammlung vor dem Amtsgericht. Etwa 400 Menschen bejubelten Unterstützungsreden für die Ärztin Kristina Hänel. Abtreibungsgegner waren zunächst nicht zu sehen.

Die Medizinerin muss sich vor Gericht verantworten, weil sie auf ihrer Homepage nicht nur über Schwangerschaftsabbrüche informiert, sondern auch angegeben haben soll, Abbrüche gegen entsprechende Kosten durchzuführen. Patientinnen konnten laut Staatsanwaltschaft über einen Link zu einem Dokument mit Details gelangen.

Die Ermittlungsbehörde sieht darin einen Verstoß gegen den Paragrafen 219a des Strafgesetzbuches. Die frauenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Cornelia Möhring, forderte die Streichung des Paragrafen.

Die 61-jährige Ärztin Hänel gab keine Interviews vor dem Start des Prozesses. Einige Tage zuvor hatte sie der Deutschen Presse-Agentur gesagt, sie habe medizinische Informationen ins Netz gestellt, um Menschen aufzuklären und zu informieren.

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