23 mal Miss Germany auf einem Foto

23 Siegerinnen der Wahl zur Miss Germany treffen sich in Rust. Noch immer lockt der Traum von der großen Karriere – obwohl es kaum eine wirklich schafft.
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Mit Schleife dran und einem strahlenden Lächeln: Beim Miss-Germany-Treffen kamen Siegerinnen aus über fünfeinhalb Jahrzehnten zusammen
2 Mit Schleife dran und einem strahlenden Lächeln: Beim Miss-Germany-Treffen kamen Siegerinnen aus über fünfeinhalb Jahrzehnten zusammen
Sie wurde vor genau 50 Jahren Miss Germany: Helga Carla Rosenkranz (Mi.) freut sich über ihre Auszeichnung.
2 Sie wurde vor genau 50 Jahren Miss Germany: Helga Carla Rosenkranz (Mi.) freut sich über ihre Auszeichnung.

 

23 Siegerinnen der Wahl zur Miss Germany treffen sich in Rust. Noch immer lockt der Traum von der großen Karriere – obwohl es kaum eine wirklich schafft.

Rust -  Die amtierende Miss Germany Caroline Noedwig (21) könnte ihre Ur-Enkelin sein: Gerti Daub Hollmann (76) wurde vor 56 zur schönsten Frau Deutschlands gewählt und galt damals als die deutsche Grace Kelly. „Fast jedes Mädchen spielt Prinzessin und will mal eine Krone tragen“, sagt die 76-Jährige über die Motivation, bei einer Miss-Wahl anzutreten. Die 23 Frauen, die sich am Samstag in Rust trafen, durften sich alle die Krone aufsetzen. Denn sie waren „Miss Germany“ – irgendwann zwischen 1957 und heute.

„Die Wahl ist vor allem ein Tor zur großen Show- und Fernsehwelt“, behauptet Horst Klemmer (76). Er organisiert die Miss-Germany-Wahl. Bei Gerti Daub Hollmann hätte es beinahe geklappt. Hollywood bot ihr angeblich 250.000 Dollar für eine Filmrolle neben Gary Cooper, Hotel-Magnat Conrad Hilton wollte ein Date. Aber sie entschied sich für die Liebe ihres Lebens: Den NDR-Moderator Carlheinz Hollmann. Als er krank wird und 2004 stirbt, gerät sie in finanzielle Schieflage und lebt heute von einer Mini-Rente.

Die aktuelle Miss Germany, Caroline Noeding, ist der Typ Michelle Hunziker, spricht vier Sprachen, studiert Mathe und Spanisch. Auch sie glaubt an den Einstieg ins Film-, TV- oder Modegeschäft. „Die Chance hat man. Aber es ist verdammt viel Arbeit.“ Ob es gleich Hollywood sein wird, das anklopft? Wohl eher unwahrscheinlich. Immerhin will der Privatsender RTL Noeding für „Die Pool Champions“ – eine neue TV-Show.

Für Trendforscher sind Miss-Wahlen angesichts der Topmodel-Formate von Heidi Klum und Co. in die Jahre gekommen. „Zu lokal, zu provinziell“, sagt beispielsweise der Hamburger Marc Völler. Zu heute noch anhaltender Bekanntschaft hat es lediglich Verona Pooth geschafft – damals noch als Verona Feldbusch. Und das heute noch mit einem Image als überforderte Schöne mit Sprachfehlern.

„Früher waren viele Frauen dabei, die aus Spaß und Neugier mitgemacht haben. Heute haben die meisten Teilnehmerinnen eine genaue Vorstellung von dem, was sie machen“, sagt Miss-Wahl-Organisator Klemmer. Und es gibt anscheinend viel Zielstrebigkeit in Deutschland: Rund 6500 treten jedes Jahr an, um ihr Krönchen zu bekommen.

 

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