"Zur absoluten Unzeit": Wichtige Ringstraße in München komplett gesperrt

Das Verkehrschaos ist absehbar, und die Autofahrer werden zum Start der Bauarbeiten am Föhringer Ring angesichts der hochsommerlichen Temperaturen mächtig ins Schwitzen kommen. Ab Montagabend (22. Juni, 21 Uhr) ist die Staatsstraße 2088 zwischen der Autobahn A9 und der Kreisstraße M13 ebenso komplett gesperrt wie die direkt betroffene Autobahnausfahrt der Anschlussstelle München-Frankfurter Ring auf der A9 in Fahrtrichtung München. Beide Sperrungen bleiben fortlaufend und voraussichtlich bis Mittwoch, 22. Juli, bestehen, teilt das Staatliche Bauamt Freising dazu mit.
Vierwöchige Vollsperrung am Föhringer Ring: Das sind die Umleitungen
Für den vierstreifigen Ausbau des Föhringer Rings beginne damit eine entscheidende Bauphase, heißt es weiter. Um ein nördlich der bestehenden Fahrbahn liegendes Baufeld abzusichern, sei "die Herstellung eines Mittellängsverbaus erforderlich". Die dafür notwendigen Spundwand- und Rammarbeiten könnten aus Gründen der Arbeits- und Verkehrssicherheit nur unter Vollsperrung durchgeführt werden.

Den Angaben zufolge ist die großräumige Umleitung für Kraftfahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen über folgende Strecken ausgeschildert:
- Über die Staatsstraße 2350, die Bundesstraße 471 sowie die Staatsstraße 2340 (gemäß Umleitungsplan).
- Für Verkehrsteilnehmer aus östlicher Richtung wird ergänzend die Kreisstraße M13 als zusätzliche Umleitungsstrecke offiziell ausgewiesen.
- Die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sind von der Vollsperrung ausgenommen. Die Linien des MVV können den Föhringer Ring weiterhin passieren. Um einen reibungslosen und sicheren Ablauf zu gewährleisten, ist vor Ort ein Sicherungsposten im Einsatz.
"Das Staatliche Bauamt Freising ist bestrebt, Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten"
Im Anschluss an die Spundwandarbeiten werden die Brückenbauwerke über den Garchinger Mühlbach, den Schwabinger Bach, die Sondermeierstraße und den Eiskanal hergestellt. Während dieser Brückenbauphase sind beide Fahrtrichtungen auf dem Föhringer Ring befahrbar.
Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die ausgeschilderten Umleitungen zu nutzen und die Anweisungen der Verkehrsführung zu beachten: "Das Staatliche Bauamt Freising ist bestrebt, Verkehrsbeeinträchtigungen möglichst gering zu halten und dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis."
CSU-Fraktion: Sperrung des Föhringer Rings kommt "zur absoluten Unzeit"
Die Stadtratsfraktion der CSU zeigt für die Maßnahme allerdings wenig Verständnis. "Die Sperrung des Föhringer Rings kommt für die Münchnerinnen und Münchner zur absoluten Unzeit. Neben den vielen sowieso schon vorhandenen Baustellen kommt nun eine weitere Vollsperrung im Münchner Nordosten hinzu. Uns ist bewusst, dass die Stadt diese Baustelle nicht hätte verhindern können", wird der CSU-Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl in der entsprechenden Mitteilung zitiert: "Wir wollen aber schon wissen, ob und wie die Stadt vorab informiert wurde und ob angesichts der aktuellen Umstände alle Möglichkeiten ausgenutzt wurden, den Zeitplan zu verändern.“
Die CSU verweist darauf, dass die Münchner derzeit viel Geduld brauchen, wenn sie sich in der Stadt fortbewegen. Neben dem stetig wiederkehrenden Ausfall der S-Bahn durch Bauarbeiten an der Stammstrecke und der Unterbrechung der U-Bahn-Linien U3/U6 finden derzeit auch besonders viele Baustellen und Sperrungen im Straßenraum gleichzeitig statt. Beispiele sind die Sperrung des Luise-Kiesselbach-Tunnels, die Arbeiten an der Landshuter Allee, der Unterführung Lindwurmstraße, der Fürstenrieder Straße oder der Lindauer Autobahn.
Wenn mit dem Föhringer Ring jetzt auch eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Münchner Norden vollgesperrt werde, sei neben der Westumfahrung nun auch die Nordostumfahrung des Münchner Stadtkerns stark eingeschränkt.
Schlechtwetterphasen oder unvorhersehbare Verzögerungen im Bauablauf können zu Verschiebungen führen. Weitere Details zum Gesamtprojekt sind auf der Projektwebseite zu finden.