Vierspuriger Ausbau des Föhringer Rings: Vorarbeiten beginnen

Vierspurig: Föhringer Ring wird bis 2025 für ein stark steigendes Verkehrsaufkommen ausgebaut.
| Eva von Steinburg
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So soll der Föhringer Ring stückweise ausgebaut werden. Bauabschnitt 1 ist schon vollendet, Bauabschnitt 2 ist in Arbeit.
GoogleEarth So soll der Föhringer Ring stückweise ausgebaut werden. Bauabschnitt 1 ist schon vollendet, Bauabschnitt 2 ist in Arbeit.

München - Über 50.000 Autos befahren werktags den Föhringer Ring. Bis zum Jahr 2025 sollen es um 50 Prozent mehr sein – bis zu 74.000 Autos pro Tag brausen hier dann täglich einmal entlang, so lautet die offizielle Prognose der Stadt. Deshalb haben die Vorarbeiten zum vierspurigen Ausbau des Föhringer Rings begonnen. Sechs Jahre lang wird die wichtige Verbindung im Münchner Norden in vier Bauabschnitten erneuert und verbreitert.

Zwei neue Brücken über Isar

Dabei werden auch zwei neue Brücken über die Isar und den Isarkanal gebaut: Bevor die 170 Meter lange "Isarbrücke Süd" gebaut werden kann, für die die alte Herzog-Heinrich-Brücke von 1962 abgerissen wird, sind unvorhergesehene Schwierigkeiten zu bewältigen. Eine Reihe Bäume sind schon gerodet. Bevor die ersten Fundamente für den vier Meter hohen Zaun zum Schutz der Fledermäuse gesetzt werden kann, sind weitere "Kampfmittelsondierungen in der Umgebung eingeplant", sagte Stefan Rinderer vom Staatlichen Bauamt Freising. Er hat den Terminplan zum Ausbau des Föhringer Rings im Bezirksausschuss Bogenhausen vorgestellt.

Routinemäßig werden vor Bodenarbeiten in München alten Luftaufnahmen ausgewertet. Auf Fotos der Alliierten aus der Zeit nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben die Ausbau-Planer "ganz ordentliche Sprengtrichter von Fliegerbomben", so Bauingenieur Rinderer, in der Nähe der Herzog-Heinrich-Brücke entdeckt – speziell auf einem Isarufer.

Suche nach Bomben und Munition aus Zweitem Weltkrieg

Ein Teil der Region an der Isar ist gerade nach Blindgängern abgesucht worden, nach nicht detonierten Fliegerbomben und anderer Munition. Das passiert mit Hilfe der Metalldetektoren, die den Boden bis vier Meter Tiefe sondieren, um Blechteile, Metallschrott und häufig Munitionsreste wie leere Munitionshülsen von Gefechtsständen zu finden. Bis jetzt ist das Isarufer "sauber". Aber die Suche geht weiter: "Es kann passieren, das die Firma eine 250 kg Bombe findet, aber selbst dann rechnen wir nicht mit große Verzögerungen beim Aufstellen des Zauns, der verhindern soll, dass Fledermäuse, die an der Isar entlan gfliegen, versehentlich in den Verkehr am Föhringer Ring geraten", erklärt Stefan Rinderer. Diese Woche beginnen die Bagger mit ihren Schaufeln das Erdreich aufzureißen.

"Ich bin von der Kampfmittelsondierung nicht überrascht. In vielen bombardierten Städten findet man bei Bodenarbeiten Kampfmittel, die man räumen muss", meint Martin Tscheu (SPD), Vorsitzender des Unterausschusses Verkehr in Bogenhausen zu den Arbeiten.

Auf die sechs Jahre Föhringer-Ring-Ausbau blickt er allerdings mit Schaudern. Er befürchtet "riesige Staus" bei Fußballspielen des FC Bayern: "Der Föhringer Ring ist jetzt schon ein Nadelöhr. Es wird neuen Rückstau geben und Schleichverkehr durch die Cosimastraße und die Oberföhringer Straße." Bauingenieur Stefan Rinderer kennt diese Befürchtungen – und beschwichtigt: "Am Föhringer Ring ist durch die Pendler in der Berufsverkehrszeit immer viel los. Wir werden während der ganzen Baustellenzeit aber eine Fahrspur je Richtung offen halten. Es wird nicht schlimmer, als es heute schon ist."

Angelika Pilz-Strasser, die Bezirksausschuss-Chefin von Bogenhausen, äußert sich "nicht glücklich" mit dem Ausbau des Föhringer Rings in der geplanten Form: "Wir hatten für eine extra Busspur geworben. Dass man darauf nicht eingegangen ist, die ist ganz falsche Entscheidung", kritisiert die Grünen-Politikerin.

Lesen Sie auch: Föhringer Ring in München - Neue Brücke gegen Stau

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