Zu teure Party: Rathaus prüft Kosten für AWM-Sommerfest

Das AWM-Sommerfest 2017 beschäftigt das Rathaus, Kommunalreferentin Kristina Frank rügt ihren Vorgänger. Die Bayernpartei fordert derweil höhere Zuschüsse für Betriebsfeiern der Stadt.
| Felix Müller
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Das Sommerfest des Abfallwirtschaftsbetriebs München war zu teuer.
Frank Leonhardt/dpa Das Sommerfest des Abfallwirtschaftsbetriebs München war zu teuer.

München - Ob der Abfallwirtschaftsbetrieb 2017 ein schönes Sommerfest hatte? Das wissen nur die 391 Mitarbeiter und ihre Gäste, die im Löwenbräukeller dabei waren. Dass es sehr teuer wurde, gibt es aber schwarz auf weiß. Schon seit Tagen ist im Rathaus die Rede von einem Schreiben des Rechnungsprüfungsamtes, aus dem hervorgeht, dass zu teuer gefeiert wurde.

Nach AZ-Informationen geht es um Kosten von 81.155,09 Euro für das Fest. Macht bei 391 Mitarbeitern rechnerisch mehr als 200 Euro pro Besucher – dem Vernehmen nach waren aber auch Begleitungen der Mitarbeiter Gast der Stadt.

OB Reiter veranlasste Prüfung des Sommerfests

Der Abfallwirtschaftsbetrieb, verantwortlich für die Müllabfuhr und die Wertstoffhöfe, ist dem Kommunalreferat zugeordnet, dem die CSU-OB-Kandidatin Kristina Frank vorsteht. Die allerdings war 2017 noch nicht im Amt, der Vorgang fällt noch in die Amtszeit ihres Vorgängers Axel Markwardt (SPD).

Der war am 24. Juli 2018 das letzte Mal im Büro, dann ging er in Pension. Am 25. Juli veranlasste OB Dieter Reiter (SPD) eine Prüfung des Sommerfests – dessen Ergebnis nun vorliegt. Mit den "stadtweit geltenden Vorgaben" seien die Kosten für diese Feier "nicht vereinbar", rügt das Rechnungsprüfungsamt.

Bayernpartei fordert mehr Geld für Feiern

Öffentlich geäußert hat sich zu dem Vorgang bisher niemand. Am Donnerstag erklärte Kommunalreferentin Frank auf AZ-Nachfrage, dass die Betriebe, für die sie zuständig ist, sich "mittlerweile an den geltenden Regelungen orientieren." Frank kritisierte ihren SPD-Vorgänger. "Offenbar musste ein engmaschigeres Monitoring eingeführt werden, als das in der Vergangenheit der Fall war", sagte sie.

Die Bayernpartei forderte am Donnerstag, dass die Stadt und ihre Töchter Mitarbeitern offiziell teuere Weihnachtsfeiern und Sommerfeste erlauben sollen. "Wenn schon feiern, dann gescheit!" Der städtische Zuschuss – erlaubt sind laut Bayernpartei aktuell nur 20 Euro pro Person – solle "merklich erhöht" werden. Wichtig sei, dass davon alle Beschäftigten der Stadt profitieren, also auch Kindergärtnerinnen oder die Kollegen in Krankenhäusern und bei der Feuerwehr. Die Bayernpartei verweist auf die gute Haushaltslage. "Da erscheint eine kleine Beteiligung der Belegschaft durchaus angemessen", heißt es in einer Mitteilung.

"In der freien Wirtschaft ist man bei Betriebsfeiern viel großzügiger", sagte Bayernpartei-Stadträtin Eva Caim der AZ. "Gerade in einer Zeit, in der man um Fachkräfte werben muss, sollten wir da mehr Dynamik reinbringen!"

Lesen Sie auch: Starkbierfeste 2019 - Wo man in München am besten feiern kann

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