Zu hohe Corona-Auflagen: Schäffler sagen ihren Tanz ab

Eigentlich wollten die Fassmacher in der nächsten Woche mit ihren Tänzen das Ende der Pandemie einläuten. Daraus wird nichts. Die Auflagen sind zu hoch.
| Ruth Frömmer
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Die Schäffler tanzen nun doch nicht. (Archivbild)
Die Schäffler tanzen nun doch nicht. (Archivbild) © Angelika Warmuth/dpa

München - Die Pandemie ist freilich noch nicht vorbei. Aber ein positives Zeichen und etwas Zuversicht hätten die Schäffler gerne mit ihren Tänzen vermitteln wollen. Schließlich geht die Tradition der Fassbinder auf das Jahr 1517 zurück, wo diese zum ersten Mal auf den Straßen tanzten, um das Ende der Pest einzuläuten und die Menschen wieder zurück ins Leben zu holen.

Seitdem finden die Tänze in München alle sieben Jahre statt. Zuletzt 2019. Damals hätte niemand vermutet, dass schon bald eine Zeit kommt, die den Verein wieder an seine Wurzeln erinnert.

Schäffler sollten auf großen Plätzen in München tanzen

Beim Abklingen der dritten Corona-Welle hatte der Verein beschlossen, sich auf seine Tradition zu besinnen und beschloss in Abstimmung mit der Staatskanzlei, vom 16. bis 19. September auf den großen Plätzen der Stadt und bei einigen Privatleuten zu tanzen. Der erste Tanz findet traditionell beim Ministerpräsidenten statt. Daraus wird nun nichts.

"Als wir mit den Planungen begonnen, hätte keiner gedacht, dass es eine vierte Welle geben wird", sagt Christoph Saur, Schriftführer des Schäffler Vereins. Schon im April letzten Jahres seien viele Menschen auf die Schäffler zugekommen. Sie fanden, es wäre der richtige Zeitpunkt und wollten die Tänzer buchen.

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Die Planungen brauchen einen langen Vorlauf. Von den Ämtern wurden die Auftritte zwar grundsätzlich genehmigt, jedoch galt es, die Bekanntgabe der neuesten Hygieneregeln und deren Umsetzung abzuwarten. Maskenpflicht im Tourbus, Hygienekonzept, Begrenzung der Zuschauer auf 1.000 Personen, Abstandsregeln und Kontaktdatenerfassung. Der Verein sieht sich nicht in der Lage, diese auf den Straßen und Plätzen in München umzusetzen und die Einhaltung zu kontrollieren.

Aber nicht nur wegen der hohen behördlichen Auflagen, auch angesichts der steigenden Infektionszahlen hat man deshalb schweren Herzens entschieden, die Auftritte bis auf Weiteres zu verschieben. "Zum Wohle und Schutz unserer Zuschauenden und der Mitwirkenden", so der Verein.

"Wir schauen uns die Infektionszahlen weiter an und bleiben mit den Ämtern in direktem Kontakt", sagt Sauer. Noch ist das Ende der Pandemie nicht absehbar. "Lassen wir mal den Winter rumgehen", so Sauer weiter. Und wenn es denn ein Licht am Ende des Tunnels gibt, könnte der Verein sich vorstellen, die Schäfflertänze in die Faschingszeit 2022 zu legen.

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