Zehntausende Schaulustige beim Trachtenumzug

Der traditionelle Trachtenumzug durch die Münchner Innenstadt hat heute Zehntausende Schaulustige angelockt. Fast 9000 Teilnehmer aus Bayern, Deutschland und dem nahen Ausland zogen mit Pferden, Festwagen und Musik in Richtung Oktoberfest.
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Der traditionelle Trachten-Umzug durch die Münchner Innenstadt.
dpa Der traditionelle Trachten-Umzug durch die Münchner Innenstadt.

Der traditionelle Trachtenumzug durch die Münchner Innenstadt hat heute Zehntausende Schaulustige angelockt. Fast 9000 Teilnehmer aus Bayern, Deutschland und dem nahen Ausland zogen mit Pferden, Festwagen und Musik in Richtung Oktoberfest.

In historischen Gewändern, Trachten und Uniformen zeigten sie ihr regionales Brauchtum. Auch zahlreiche Schützenvereine und Gebirgsschützen präsentierten sich bei Sonnenschein und weiß-blauem Himmel.

Als Ehrengäste fuhren Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und Ministerpräsident Günther Beckstein in zwei Pferdekutschen mit. Beide wurden dabei von ihren Ehefrauen begleitet. Das dem Stadtwappen entlehnte Münchner Kindl ritt auf einem riesigen Kaltblüterpferd mit. Zudem begleiteten aufwendig geschmückte Brauereigespanne mit Bierfässern den sieben Kilometer langen Zug.

Mit nur zwei Schlägen war am Samstag die 175. Wiesn ozapft: OB Christian Ude hatte um Punkt 12.00 Uhr das erste Fass angezapft und damit das Oktoberfest eröffnet. Hier:

Bereits am frühen Morgen waren Hunderttausende Besucher – die meisten in Dirndl oder Lederhosen – trotz kühler Temperaturen auf die Theresienwiese geströmt, um einen der 100.000 Plätze in den 14 großen Festzelten zu ergattern. Noch vor dem Anstich wurden einige Bierhallen wegen Überfüllung geschlossen.

Bei der 175. Wiesn feierte Ministerpräsident Günther Beckstein seine Anzapf-Premiere. Vor 6.000 Gästen überreichte Ude dem bayerischen Regierungschef im voll besetzten Schottenhamel-Zelt traditionsgemäß die erste Maß.

Marga Becksteins Dirndl-Gate

Der Franke Beckstein war im hellen Trachtenanzug erschienen, seine Frau trug – wie angekündigt – kein Dirndl. Das hatte schon im Vorfeld der Wiesn für Aufregung und Kritik in Bayern gesorgt, da Edmund Stoiber und seine Frau immer in Tracht gekommen waren. Marga Beckstein erschien zum Anstich in einem schwarzen Rock und einem langen geblümten Blazer mit Trachtenknöpfen.

„Ich bin absolut sicher, dass meine Frau eine würdige Kleidung hat“, nahm Günther Beckstein seine Gattin in Schutz. Diese stellte klar: „Ich beteilige mich an der Diskussion über meine Kleidung nicht.“ Unterstützung bekam die Ministerpräsidenten-Gattin von Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl, die in einem eleganten Dirndl erschienen war. „Das passt schon“, urteilte Weishäupl über Marga Becksteins Kleiderwahl. „Dieses Volksfest ist ein Fest der Toleranz und Liberalität. Hier einen Kleidungszwang zu verhängen, ist nicht mein Ding.“

Ude kann sich Seitenhieb nicht verkneifen

Oberbürgermeister Ude zapfte zum 15. Mal an und erreichte dabei seinen Rekord von nur zwei Schlägen aus dem Jahr 2005. „Es hängt halt alles vom ersten Schlag ab“, erklärte Ude. Mit Beckstein stieß er auf „eine friedliche Wiesn“ an. Einen Seitenhieb an Becksteins Adresse konnte er sich dennoch nicht verkneifen: „Wir trinken in Bayern a Bier und noch a Bier und noch a Bier und dann lass ma „s Auto stehen!“

Beckstein nahm die Anspielung auf seine Bierzelt-Rede mit Humor. Auch als Franke werde er von der Oktoberfeststimmung mitgerissen, sagte er und pries die Wiesn als „schönstes Volksfest der Welt“. Auf der Ehrentribüne prostete Beckstein seinem SPD-Herausforderer Franz Maget zu. „Die nächste Stunde ist der Wahlkampf passe“, kündigte der Ministerpräsident an. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hielt sich nicht ganz daran. „Change is good“ prangte in oranger Schrift auf ihrem Shirt.

Mehr als sechs Millionen Besucher erwartet

Auch Moderator Florian Silbereisen, Sängerin Wencke Myhre und Schauspielerin Jutta Speidel hatten einen Platz im Anstich-Zelt gefunden. Das größte Volksfest der Welt dauert bis zum 5. Oktober. Insgesamt werden sechs Millionen Gäste aus aller Welt erwartet. Auch in diesem Jahr wollen die Münchner Brauereien wieder mehr als sechs Millionen Maß Bier, mehr als eine halbe Million Hendl und über 100 Ochsen an die Festbesucher bringen.

dpa

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