Zehntausende Clips im Netz: Gegen diese Wiesn-Attacken will eine Rathauspartei jetzt vorgehen

Upskirting ist zu einem großen Problem geworden, auch auf der Wiesn. Mit einem Antrag an den Stadtrat will die Linke nun potenzielle Opfer auf dem Oktoberfest schützen.
Andre Wagner
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Am Teufelsrad gibt es immer wieder Ärger wegen des Upskirtings, weil manche Gäste filmen und Videos von Frauen mit hochfliegenden Röcken ins Internet stellen. (Archivbild)
Am Teufelsrad gibt es immer wieder Ärger wegen des Upskirtings, weil manche Gäste filmen und Videos von Frauen mit hochfliegenden Röcken ins Internet stellen. (Archivbild) © Leonie Asendorpf/dpa

Upskirting ist seit vielen Jahren ein großes Problem. Frauen werden heimlich im Intimbereich fotografiert und gefilmt, die Aufnahmen anschließend häufig über die Sozialen Medien wie Facebook, TikTok oder YouTube verbreitet. 

Auch auf der Wiesn werden Frauen häufig Opfer von Upskirting, so zum Beispiel im beliebten Teufelsrad-Fahrgeschäft. Laut einer kürzlich veröffentlichten Recherche der Süddeutschen Zeitung ist das Problem wesentlich größer als bisher angenommen. Demnach sollen alleine beim Facebook-Konzern Meta 32.000 Clips nur vom Oktoberfest dieser Art zu finden sein

Um Frauen künftig vor diesen sexuell motivierten Attacken auf dem Oktoberfest zu schützen, hat die Stadtratsfraktion der Linken einen Antrag an Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) gerichtet. Darin fordert die Partei den Stadtrat auf, mehrere Vorschläge zu beschließen.

Upskirting auf der Wiesn: Linke stellen Antrag an die Stadt

Zum einen soll das Polizeipräsidium München gebeten werden, während der Wiesn eine gezielte Ermittlungs- und Kontrollstrategie gegen Upskirting am Teufelsrad einzurichten. Dies soll unter anderem durch verstärkte zivile Präsenz im Bereich der Fahrgeschäfte geschehen. Zudem soll es vor Ort eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Upskirting-Opfer geben, z. B. an der Wiesn-Wache.

Mit dem Schaustellerverband soll geprüft werden, ob am Teufelsrad verpflichtend Hinweise angebracht werden können, die über den Straftatbestand des Upskirtings nach § 184k StGB informieren.

OB Krause soll mit Plattformen wie Meta, TikTok und YouTube das Gespräch suchen und dabei die konsequente und zügige Löschung einschlägiger Videos sowie eine engere Zusammenarbeit mit deutschen Ermittlungsbehörden bei der Identifizierung der Erstellenden einfordern. "Mitverantwortlich sind die Plattformen, die nicht entschlossen genug dagegen vorgehen. Meta sitzt doch in München. Ich erwarte mir von einem grünen Oberbürgermeister, dass er den Konflikt mit Meta und Co. nicht scheut, sondern klarmacht, dass gehandelt werden muss", so Liliana Parente, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken.

Täter müssen mehr in den Fokus rücken

Zudem soll die Stadt München eine mehrsprachige und breitgefächerte Informationskampagne ins Leben rufen, die Opfer von Upskirting über ihre Rechte und Anzeigemöglichkeiten aufklärt. Zusätzlich soll die Kampagne darauf hinweisen, dass Upskirting strafbar ist.

Nach der Wiesn 2027 soll der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft einen Bericht erhalten, der über die Zahl der erstatteten Anzeigen und eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit Upskirting auf dem Festgelände informiert.

Die Linke begründet ihren Antrag damit, dass Upskirting, welches in Deutschland seit 2021 als Straftatbestand gilt, zu einem immer größeren Problem auf der Wiesn wird. Bisher würden aber eher die potenziellen Opfer in die Verantwortung genommen, sich zu schützen, als die Täter in den Fokus zu nehmen. "Wir reden immer nur darüber, wie sich Frauen schützen können. Wir müssen aber endlich gegen die vorgehen, die diese Straftaten begehen! Upskirting is a Crime und keine Lappalie", so Parente.

An dieser Stelle muss ein Umdenken geschehen und auch die Sozialen Medien in die Verantwortung genommen werden.

Zudem wird die Stadt München als Veranstalterin der Wiesn in die Pflicht genommen. "Die Wiesn ist eine städtische Veranstaltung und deshalb sind nicht nur die Schausteller*innen, sondern letztendlich die Stadt für die Sicherheit von Frauen* verantwortlich und dafür, konsequent gegen Täter vorzugehen. Die Schausteller*innen dürfen nicht alleine gelassen werden", so der Fraktionsvorsitzende Stefan Jagel.   

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