Woran die Münchner sterben

10 769 Münchner sind 2014 verschieden. Viele über 85-Jährige, aber auch einige in jungen Jahren. Immer häufiger bringen Alkohol und Parkinson den Tod.
| Irene Kleber
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Die häufigsten Todesursachen: 1) Herz-Kreislauf, 2) Bösartige Tumore, 3) Lungenkrankheiten, 4) Psychische Krankheiten, 5)Magen/Leber/Darm, 6) Verletzungen, 7) Nerven (Parkinson, Alzheimer), 8)Infektionen (HIV)
az Die häufigsten Todesursachen: 1) Herz-Kreislauf, 2) Bösartige Tumore, 3) Lungenkrankheiten, 4) Psychische Krankheiten, 5)Magen/Leber/Darm, 6) Verletzungen, 7) Nerven (Parkinson, Alzheimer), 8)Infektionen (HIV)

München - Also, um das mal von der positiven Seite zu sehen: Das Risiko, an einem Parasiten zu sterben, ist viel, viel kleiner, als den Himmel durch einen Herzinfarkt heimzusuchen. Und überhaupt wird heute viel weniger gestorben, als noch vor 15 Jahren. Ernsthaft.

Von 100 000 Männern und Frauen in München sind 2014 nur 728 verschieden. Das ist ein Fünftel weniger als noch im Jahr 2000 (da waren es nämlich 938).

Wieso? Ganz einfach: Weil man heute ein mögliches Herz- und Kreislauf-Versagen viel besser im Griff hat, als damals. So jedenfalls erklären es die Experten des Münchner Statistischen Amts, die für ihr neues Quartalsheft mal „die Sterbefälle in München 2014 nach Todesursachen“ untersucht haben.

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Woran sterben wir sonst noch? Platz 1 behält mit Abstand das Herz- und Kreislaufversagen. Gefolgt von Krebs, wenn man das Pech hat, dass ein bösartiger Tumor sich neu bildet (aber auch hier ist die Gesamtzahl rückläufig). Auf Platz 3 stehen Atemwegs-Krankheiten (wie Lungenentzündung oder Asthma).

Tod infolge von psychischen Krankheiten nimmt zu

Was auffällig stark zunimmt, ist der Tod infolge von psychischen Krankheiten oder Verhaltensstörungen (wie Alkoholismus). Die Zahl hat sich verdoppelt seit 2000 (von 258 auf 603). Die Plätze 5 bis 8 belegen Probleme rund um die Verdauungsorgane (Magen, Leber, Darm), Verletzungen, Nervenkrankheiten (wie Parkinson, Alzheimer; zunehmend) und Infektionen (wie HIV; abnehmend).

In welchem Alter ist Schluss? Von den 10 769 verstorbenen Münchnern 2014 sind die allermeisten (95 Prozent) über 60 Jahre alt gewesen. Die größte Altersgruppe waren mit knapp 4000 Verstorbenen die Hochbetagten ab 85 Jahren (die besonders häufig an Herz-/Kreislauf-Versagen starben).

Warum mehr Frauen als Männer sterben

Krebs trifft allerdings auch viele Jüngere – schon ab dem Alter von 45 Jahren. Bei Frauen steigt seit dem Jahr 2000 das Risiko eines Lungenkrebstods stark an. Bei Männern haben sich die tödlichen Hautkrebsfälle um mehr als die Hälfte erhöht. Dass insgesamt mehr Frauen (5638) gestorben sind als Männer (5131), hat den einfachen Grund, dass mehr (ältere) Frauen in München leben.

Wie steht’s um Parkinson? Keine erfreuliche Entwicklung: In nur zwei Jahren sind die Sterbefälle infolge der Schüttelkrankheit von 92 auf 140 gestiegen. Das ist ein Plus von 52 Prozent. Betroffen sind vorrangig über 75-Jährige – mehr Frauen als Männer.

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Und welche Unfälle beenden unser Leben? Bei nur vier Prozent aller Gestorbenen (446 Münchner) haben Ärzte im Jahr 2014 eine „nicht natürliche Todesursache“ diagnostiziert (und dazu gehören auch die 180, die sich selbst etwas angetan haben). Die häufigsten Unfälle waren Stürze von Treppen oder Stufen, gerade bei Hochbetagten (98 Fälle), aber leider auch eine Reihe Fahrrad-, Motorrad- und Autounfälle.

Immerhin ist keiner bei einer Überschwemmung gestorben. Und keiner hat sich versehentlich beim Pilzessen vergiftet. Das ist eigentlich auch schon wieder eine gute Nachricht.

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