Wird Reiters Pension gekürzt? Regierung von Oberbayern wartet noch auf seine Stellungnahme

Gleich nach der verlorenen Wahl hat sich OB Dieter Reiter (SPD) krankschreiben lassen. Später hieß es, dass er eine "ernsthaftere" Herz-Kreislauf-Erkrankung habe. Inzwischen ist Reiter nicht mehr krankgeschrieben. Seine Sprecherin teilt mit, dass er sich freigenommen habe, "um sich von der Krankheit zu erholen". Unklar ist, ob er an der konstituierenden Sitzung am 11. Mai teilnehmen werde.
Und unklar ist auch, wie es nun mit dem Disziplinarverfahren weitergeht. Die Regierung von Oberbayern – das ist die Aufsichtsbehörde für die Stadt – prüft noch, ob sie eines gegen Dieter Reiter einleitet.
Vor der Wahl wurde öffentlich, dass Reiter nicht-genehmigten Nebenjobs beim FC Bayern nachgeht. Nach eigenen Angaben hat Reiter damit 90.000 Euro verdient. Dieses Geld hat er inzwischen gespendet. So hatte er es vor der Wahl versprochen.
Was er damals auch ankündigte: "volle Transparenz" – gegenüber dem Stadtrat und der Regierung von Oberbayern. Er werde "alles dafür Notwendige tun, damit alle Fragen beantwortet und rechtlich bewertet werden können", teilte Reiter vor der Wahl mit.
Dieter Reiter hat sich eine Anwältin genommen
Gegenüber der Regierung von Oberbayern hatte Reiter eine schriftliche Stellungnahme angekündigt. Ursprünglich erwartete die Behörde diese Mitte April.
Bis jetzt hat Reiter allerdings keine abgegeben. Ein Sprecher der Regierung von Oberbayern antwortet auf eine Anfrage der AZ:
"Herr Oberbürgermeister Reiter hat in dieser Angelegenheit zwischenzeitlich eine Rechtsanwältin bevollmächtigt. Die Rechtsanwältin hat gegenüber der Regierung von Oberbayern den Eingang der Stellungnahme für Ende April 2026 in Aussicht gestellt."
So sehr könnte Reiters Pension gekürzt werden
Ob und welche Folgen es hat, dass Reiter die Stellungnahme später einreicht, beantwortete der Sprecher nicht. Angekündigt ist, dass sich der Stadtrat in der letzten Sitzung der Legislatur am 29. April mit Reiters Nebentätigkeiten befasst. Dass Reiter teilnimmt und Fragen der Stadträte beantwortet, gilt als unwahrscheinlich – schließlich hat er frei.
Möglich ist, dass die Causa FC Bayern Reiter trotzdem noch in seinem Ruhestand beschäftigt. Sollte es zu einem Disziplinarverfahren kommen, ist denkbar, dass die Regierung von Oberbayern Reiters Pension kürzt. Möglich sind bis zu 20 Prozent für maximal fünf Jahre. Dass die Regierung von Oberbayern diesen Rahmen ausschöpft, hat Rechtsexperte Thomas Spitzlei gegenüber der AZ jedoch eher ausgeschlossen. Wenn, dann rechnet er eher mit einem unteren bis mittleren Bereich des möglichen Rahmens.