Willkommen im Wintermärchen: Schneewandern in den Münchner Bergen

Mütze auf, Gamaschen an und ab in die Schneeschuhe. Fünf Touren, die Sie die Münchner Berge neu erleben lassen.
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Stapf, stapf durch den tiefen Schnee am Bichlersee.
Stapf, stapf durch den tiefen Schnee am Bichlersee. © Evamaria und Primus Wecker

München - Skifahren? Heuer geht das nicht in den bayerischen Alpen. Auf wunderschöne, alpine Wintererlebnisse müssen Sie trotzdem nicht verzichten. Wer mit Schneeschuhen unterwegs ist, der kann die verschneiten Landschaften und die stillen Gipfel auch so erleben.

Der Rother Wanderführer "Münchner Berge" von Evamaria Wecker stellt 54 Touren für Schneeschuhgänger vor. Fünf Touren davon dürfen wir Ihnen empfehlen.

Lust auf Schnee?
Lust auf Schnee? © Verlag

Es handelt sich bei allen Touren um einfache Routen, sie sind also auch für Einsteiger geeignet. Mütze und Handschuhe sowie Zwiebelkleidung sind beim Winterwandern wichtig. Stöcke helfen dabei, dass Sie das Gleichgewicht halten können. Achten Sie bitte zudem auf die Sicherheitshinweise, bevor Sie losstapfen.

Es soll ja Spaß machen und nicht gefährlich sein!

Sicher unterwegs sein: Das sollten Sie beachten

Wer nicht im Wald oder auf flachem Gelände unterwegs ist, ist in den Bergen im Winter einem Risiko ausgesetzt. Dessen sollte sich der Schneeschuhgeher bewusst sein. Gerade im Winter ist das Wetter ein entscheidender Faktor, man sollte also, bevor man aufbricht, einen Blick in den Bergwetterbericht des Alpenvereins geworfen haben: www.alpenverein.de

Ebenso wichtig: Die Lawinenlage sollte bekannt sein. Unterschieden werden verschiedene Stufen zwischen 1 und 5. Bei Stufe 1 herrscht geringe Lawinengefahr, allgemein sind die Tourenverhältnisse sicher. Stufe 2 beschreibt mäßige Lawinengefahr, größere und spontane Lawinen sind dann nicht zu erwarten. Bei Stufe 3 ist bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, eine Lawine auszulösen, Tourenmöglichkeiten sind dann schon eingeschränkt. Ab Stufe 4 ist die Lawinenwahrscheinlichkeit groß, ab Stufe 5 sehr groß. Hier sollte man die Schneeschuhe lieber im Keller lassen.

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Für die Voralpen gilt derzeit die Warnstufe 1. Tagesaktuelle Informationen spricht der Lawinenwarndienst Bayern auf Band: Tel. 92 14 15 10. Wer in lawinengefährlichem Gelände unterwegs ist, sollte zudem eine komplette Lawinenausrüstung mit sich führen. Das beinhaltet ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), eine Sonde und eine Lawinenschaufel. Der Umgang mit dieser Ausrüstung muss vorher geübt werden.

Schreckenkopf, 1.316 m: Minitour mit Maxi-Aussicht

Das Wildalpenjoch (rechts) und die Lacherspitz (links) werden beim Aufstieg passiert.
Das Wildalpenjoch (rechts) und die Lacherspitz (links) werden beim Aufstieg passiert. © Evamaria und Primus Wecker
  • Ausgangspunkt: Parkplatz Arzmoos an der Ostrampe der Sudelfeldstraße
  • Dauer: 1.45 Stunden
  • Höhenmeter: 330 m
  • Lawinengefahr: selten lawinengefährdet

Am nördlichen Ende des Parkplatzes, an der gegenüberliegenden Straßenseite, beginnt der breite Weg ins Arzmoos. Hinter der Schranke zweigen wir rechts ab zum breiten Westrücken des Schreckenkopfes. Der Rücken wird nur langsam steiler und geht schließlich in einen schmalen Grat über, auf dem wir die letzten Schritte zum geräumigen Gipfel zurücklegen.

Die Tour zum Schreckenkopf.
Die Tour zum Schreckenkopf. © Freytag & Berndt, Wien

Trotz seiner geringen Größe ist der Schreckenkopf ein schöner Aussichtsberg, bis zum Großglockner reicht an klaren Tagen der Blick. Im Abstieg wenden wir uns nach Norden und steigen in den Sattel zwischen Schreckenkopf und Dümpel ab. Hier setzt eine sehr schöne westseitige Mulde an, in der wir häufig guten Pulverschnee vorfinden. Durch die Mulde können wir gerade hinunterlaufen bis zu einem Graben. Links des Grabens erreichen wir wieder unsere Aufstiegsspur, rechts des Grabens gelangen wir auf den Arzmoosweg, auf dem wir in wenigen Minuten zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Wamberg, 1.304 m: Zu den alten Ahornbäumen

Die Ahornbäume sind auch im Winter wunderschön.
Die Ahornbäume sind auch im Winter wunderschön. © Evamaria und Primus Wecker
  • Ausgangspunkt: Parkplatz unterhalb von Schloss Elmau
  • Dauer: 4.30 Stunden
  • Höhenmeter: 300 m
  • Lawinengefahr: selten lawinengefährdet

Von Elmau steigen wir parallel zur Rodelbahn über sanfte Wiesen und kurze Waldgürtel zur urigen Elmauer Alm (1.190 m) auf. Nun folgen wir einem meist geräumten Forstweg, bis rechts der Weg zum Eckbauer abzweigt. Wir steigen durch den flachen Wald bergauf zur Lichtung "Hohl-Ahorn" am Beginn des Höhenrückens, über den unser Weg bis zum Eckbauer verläuft.

Die Tour zum Wamberg.
Die Tour zum Wamberg. © Freytag & Berndt, Wien

An Ahornbäumen vorbei durchqueren wir die Lichtung nach Westen und gelangen wieder in lockeren Fichtenwald. Wenig später, am Wamberg (1.304 m), dem höchsten Punkt unserer Tour, stehen wir vor zwei alten Baumruinen. Auf unserem Weiterweg wechseln wir kurzzeitig in die Südseite des Höhenrückens und genießen einen fantastischen Blick auf die Alpspitze.

Wieder auf der Kammhöhe wechselt der Weg auf die Nordseite, um sich bald darauf zum Wamberger Sattel hinunter zu senken. Im Sattel biegt unser Weg nach Süden ab, umrundet die Kuppe des Hocheggs und erreicht eine Wegkreuzung: links ist der Abstiegsweg zur Elmauer Alm und nach Elmau, wir aber gehen geradeaus weiter zum Gasthof Eckbauer. Zurück an der Wegteilung steigen wir nach Süden ab und erreichen nach zehn Minuten einen Güterweg: links geht es zur Elmauer Alm, rechts nach Elmau.

Rehleitenkopf, 1.337 m: Herumstapfen bei Deutschlands höchstgelegenen Bauernhöfen

Unterwegs am scharfen Grat des Rehleitenkopfs.
Unterwegs am scharfen Grat des Rehleitenkopfs. © Evamaria und Primus Wecker
  • Ausgangspunkt: Großer Parkplatz an der Sudelfeldstraße, oberhalb des Gasthauses "Zum Tatzelwurm"
  • Dauer: 5.45 Stunden
  • Höhenmeter: 600 m
  • Lawinengefahr: selten lawinengefährdet

Vom Parkplatz gehen wir etwa 100 Meter auf der Straße Richtung Tatzelwurm bis zur Kehre, in der eine nicht geräumte Forststraße abzweigt. Wir folgen ihr durch den Wald bis zu ihrem Ende auf einer Lichtung oberhalb des Gehöfts Zeisach. Auf einer gut erkennbaren Wegspur gehen wir in Richtung Osten wieder in den Wald bis zu einem Haus, an dem der deutliche Weg endet. Unmittelbar nach dem Haus überqueren wir einen kleinen Bach und gehen in nordöstlicher Richtung durch dichten Hochwald weiter, einzelne verwaschene Markierungen an den Bäumen helfen bei der Wegsuche.

Kurz nachdem rechts ein Weg abgezweigt ist, kommen wir zum tief verschneiten Bichlersee (955 m). Wenige Meter vor dem See zweigt rechts ein Forstweg ab, der im Wald leicht bergauf führt und bald darauf nach Norden biegt. Er führt unterhalb des Wildbarens durch den Wald und trifft schließlich auf einen querenden Forstweg, auf dem wir nach links zur nahen Lichtung der Bichleralm bummeln. Wir gehen am Almgelände links vorbei, biegen bei der nächsten Wegkreuzung rechts in Richtung Hohe Asten (den höchstgelegenen, ganzjährig bewirtschafteten Bauernhöfen in Deutschland) ab und gelangen entlang eines Stockhangs wieder in den Wald.

Die Astenhöfe sind gerade geschlossen, aber es gibt einen To-go-Kühlschrank mit Produkten vom Hof.
Die Astenhöfe sind gerade geschlossen, aber es gibt einen To-go-Kühlschrank mit Produkten vom Hof. © Evamaria und Primus Wecker

Nach einer weiteren Lichtung mit herrlichem Blick zum Heuberg passieren wir das nächste Waldstück, kommen zu einer welligen Hochfläche, gehen an einer kleinen Felsnase vorbei und erreichen die Klammalm (.1140 m), die im tiefen Winterschlaf liegt. Hier beginnt ein breiter Weg, der durch eine schöne Waldschneise und über einen bewaldeten Sattel zu einem Forstweg führt (Abstiegsmöglichkeit). Auf ihm wandern wir geradeaus, verlassen ihn bei der nächsten Wegteilung nach rechts und gelangen an den Rand einer Lichtung. Hier teilen sich erneut die Wege.

Die Tour zum Rehleitenkopf.
Die Tour zum Rehleitenkopf. © Freytag & Berndt, Wien

Links geht es zum Rehleitenkopf, rechts direkt zur Hohen Asten. Wir nehmen den linken Weg, steigen in einem Linksbogen bergauf in den Wald und queren ansteigend nach Westen bis zum Waldrand. Über den folgenden, steileren Hang steigen wir auf, bis sich vor uns der Felsen des Rehleitenkopfes in den Himmel reckt. Wir deponieren unsere Schneeschuhe am Waldrand und gehen zu Fuß über den schmalen Grat und die letzten steilen Meter hinauf zum Gipfelkreuz. Zurück am Gipfelplateau wenden wir uns nach links zu einer kleinen Baumgruppe, queren südlich unter den Bäumen hindurch und gewinnen einen flachen Rücken, dem wir nach Nordosten über eine Kuppe in den Wald folgen. Leicht nach links haltend steigen wir ab bis auf 1.160 Meter, wo wir auf eine nicht geräumte Forststraße treffen. Dieser folgen wir kurz nach rechts und queren auf die Südseite des Rehleitenkopfs zur Hohen Asten (1.104 m).

Vom Gasthaus wandern wir über freie Wiesenhänge in südwestlicher Richtung, bis wir auf unseren Aufstiegsweg treffen. Auf dem Forstweg wandern wir zurück, bis wir nachts rechts zur Sudelfeldstraße absteigen können (Wegweiser), die wir nach 800 Metern nördlich unseres Ausgangspunktes erreichen. Nach links der Straße entlang, gehen wir bis zum Parkplatz.

Hoher Kranzberg, 1.391 m: Die Wettersteinwand im Blick

Auf der Kranzberg-Hochfläche, hinten sieht man das Kranzberg Gipfelhaus.
Auf der Kranzberg-Hochfläche, hinten sieht man das Kranzberg Gipfelhaus. © Evamaria und Primus Wecker
  • Ausgangspunkt: Parkplatz unterhalb von Schloss Elmau
  • Dauer: 4.15 Stunden
  • Höhenmeter: 400 m
  • Lawinengefahr: selten lawinengefährdet

Gegenüber der Tiefgarageneinfahrt von Schloss Elmau beginnt der beschilderte Aufstieg zum Kranzberg. Nach einer kurzen Steilstufe erreichen wir eine nicht geräumte Forststraße, der wir nach links durch eine kleine Waldebene folgen. An der folgenden Rechtskehre zweigen wir links ab (zwei Markierungspfeile am Baum) und steigen entlang des markierten Sommerwegs über den Rücken des Kleinen Kranzbergs bergauf bis auf ca. 1.230 m.

Die Tour zum Hohen Kranzberg.
Die Tour zum Hohen Kranzberg. © Freytag & Berndt, Wien

Nun wird das Gelände flacher und wir wandern über Kuppen und durch sanfte Mulden zuerst über den breiten Höhenzug, dann über das weite Kranzberg-Hochplateau nach Osten, bis wir die Gipfelhochfläche erreichen. Am Gasthaus vorbei steigen wir auf zum Hohen Kranzberg, auf dem sich eine kleine Unterstandshütte befindet.

Im Abstieg gehen wir auf unserem Aufstiegsweg zurück, bis wir links zum Ferchensee abzweigen können. Auf dem häufig gespurten Wanderweg steigen wir ab zu einer Forststraße, verlassen diese aber sofort wieder und gelangen wenig später zur Wegteilung Lautersee - Ferchensee. Wir nehmen den rechten Weg zum Ferchensee und steigen ab bis zur geräumten Straße. Nach links geht es zum Gasthaus Ferchensee, nach rechts zum Schloss Elmau und zum Parkplatz, wobei wir ein längeres Straßenstück auf einem Wanderweg entlang des Ferchenbachs umgehen können.

Kohlgruber Hörnle, 1.548 m: Eine lange Tour für Sonnenanbeter

Vom Stierkopf aus sieht man über die drei Hörnle.
Vom Stierkopf aus sieht man über die drei Hörnle. © Evamaria und Primus Wecker
  • Ausgangspunkt: Unterammergau, großer Parkplatz im Ortsteil Kappel
  • Dauer: 5.15 Stunden
  • Höhenmeter: 850 m
  • Lawinengefahr: selten lawinengefährdet

Vom Parkplatz gehen wir an der Wallfahrtskirche Kappel vorbei, immer geradeaus über Wiesen und über den freien Südwestrücken aufwärts bis zu dessen Ende am "Gsäss". An alten Bergahornbäumen vorbei halten wir uns links und gelangen durch eine Waldschneise und über einen Rücken in schöner Höhenwanderung an den Gipfelaufbau des Mittleren Hörnles (1.496 m).

Rechts geht es zur Hörnlealm, wir aber steigen geradeaus durch steilen Wald in wenigen Minuten auf den Gipfel und nach Norden ab in den Sattel vor dem Vorderen Hörnle. Hier teilen sich die Wege: Links geht es zur Hörnlehütte, rechts zum Hinteren Hörnle. Wir aber steigen geradeaus auf den Gipfel des Vorderen Hörnles (1.484 m), von dem wir direkt zur Hörnlehütte absteigen und auf breiter Spur in unseren Sattel zurückkehren können.

Die Tour zum Kohlgruber Hörnle.
Die Tour zum Kohlgruber Hörnle. © Freytag & Berndt, Wien

Das Mittlere Hörnle umgehen wir nordseitig und wandern über die Hörnlealm weiter zum Hinteren Hörnle (1.548 m), dem höchsten Punkt im Gipfelquartett. Vom Hinteren Hörnle steigen wir nach Süden ab, wandern über den Nordgrat zum Gipfel des Stierkopfs, 1.535 m, und steigen über die Hochfläche nach Südosten ab zum Waldrand. Den Markierungen des Sommerwegs entlang geht es in engen Serpentinen bergab, bis die kurze, aber heikle Querung oberhalb eines steilen Hangabbruchs erhöhte Aufmerksamkeit fordert.

Nach der Querung geht es bequemer weiter bis zur Lichtung "Drei Marken" mit Wegteilung. Auf einem breiten, mit roten Quadraten markierten Waldweg steigen wir ab bis zu einer Almstraße, die über die Stieralm nach Unterammergau führt. Wir überqueren die Straße und folgen dem schönen Wanderweg entlang der Schlucht der Engen Laine, bis dieser in die Straße nach Unterammergau mündet. Von der Straße nach rechts über Wiesen zum Parkplatz.


Wegen Corona ist der Verleih von Sportgeräten derzeit leider untersagt. Schneeschuhe können zum Beispiel hier über Click & Collect gekauft werden:

  • Sport Schuster, z.B. MSR Lightning Trail (59,95 Euro)
  • Sport Bittl Allach, Revo Ascent 25 (derzeit reduziert von 250 Euro auf 225 Euro)
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