Stiftl bei Bier-Premiere: Nicht mehr an den Traum von der großen Wiesn geglaubt
Sonnenstrahlen fallen durch die mächtige Platane auf die Terrasse des Seehauses, als die Braumeister Maximilian Mirlach und Christian Dahncke jeweils einen Zapfhahn in ihr Bierfass klopfen. Zum zweiten Mal hat Mirlach heuer die Ehre, das Wiesnbier von Hacker-Pschorr vor dem offiziellen Anstich zu präsentieren.
Zwei Schläge und der Hahn sitzt. Mit schnellen Handgriffen hält er Krug für Krug unter den weiß-schaumigen Strahl. Nach wenigen Sekunden ist die bernsteingoldene Farbe des Bieres zu sehen. Maximilian Mirlach beschreibt ihr Wiesnbier so: "Das, was wir in den Krug bringen wollen, ist Hacker-Pschorr, Münchner Braukunst und das Lebensgefühl, das wir hier alle verkörpern."

Erster Vorgeschmack auf die Wiesn: Hacker-Pschorr und Paulaner zapfen an
Dafür hätten sie die Zutatenliste noch einmal genau geprüft: Münchner Tiefenwasser, Hopfen und Sommergerstenmalz aus bayerischem Anbau und Münchner Malz – das sei der Charakter des Bieres, das, was das Bier von Hacker-Pschorr so außergewöhnlich mache. Kurzum: "Jeder erinnert sich, wenn er auf der Wiesn ein Hacker getrunken hat – da war Charakter in meinem Mund, das passt", sagt Mirlach.
Sein Kollege von Paulaner, Christian Dahncke, ist schon ein bisserl länger im Geschäft. Seit 35 Jahren ist er Braumeister bei Paulaner und hat auch heuer wieder, wie schon seit über zehn Jahren, die Ehre des ersten Anstichs.
Hacker-Pschorr gehört zur Paulaner-Brauereigruppe. So ist es schon zur kleinen Tradition geworden, dass die beiden Biere ihren vorzeitigen Anstich gemeinsam feiern.
Paulaner erkennt man daran, dass man beim ersten Schluck schon Lust auf die zweite Maß hat
Der Geschmack des Wiesnbiers von Paulaner werde vor allem auch durch die eigene Reinzuchthefe geprägt. Er sagt: "Paulaner erkennt man daran, dass man beim ersten Schluck schon Lust auf die zweite Maß hat."
Neben Bier fließt an diesem Tag ein weiterer Wiesn-Alkohol. Der hat deutlich mehr Umdrehungen: der Sild Single Malt Whisky "Oktoberfest" von der Lantenhammer-Destillerie. Den goldenen Tropfen gab es zwar auch schon im vergangenen Jahr, heuer ist er allerdings zusätzlich im originalen Wiesnbierfass gereift und bekam so das perfekte Finishing verpasst. "Das entsteht, wenn Braukunst auf Brennkunst trifft", sagt Christian Dahncke.

Ob die beiden noch damit gerechnet hätten?
Zum Schluss rücken dann noch Lorenz und Christine Stiftl in den Fokus. Für sie wird die kommende Wiesn eine ganz besondere. Sie treten die Nachfolge von Paulaner-Wirtin Arabella Schörghuber an. Bisher betrieben sie das Volkssängerzelt Schützenlisl auf der Oidn Wiesn.

Ob die beiden noch damit gerechnet hätten, den Schritt auf die große Wiesn machen zu dürfen, will die AZ von ihnen wissen. Lorenz Stiftl sagt: "Wenn man ehrlich ist, nicht mehr – aber gehofft haben wir immer." Nun geht ihr Traum tatsächlich in Erfüllung – und mit ein bisserl Glück scheint auch beim Premieren-Anstich am 19. September die Sonne auf die Wiesn.
- Themen:
- Oktoberfest
- Paulaner

