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Mit SEK: Polizei räumt erneut besetzte Bäume im Forst Kasten

Umweltaktivisten geben den Forst Kasten nicht auf. Zehn Tage nach der ersten Besetzung haben sie wieder Bäume besetzt, um deren Rodung zu verhindern. Am Montagmorgen griff die Polizei ein.
| Christina Hertel
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Polizisten stehen am Rande des Protestcamps im Forst Kasten nahe München. (Archivbild)
Lennart Preiss/dpa Polizisten stehen am Rande des Protestcamps im Forst Kasten nahe München. (Archivbild)

München - Eine Frauenstimme hebt an diesem Montagnachmittag das Telefon ab, wenn man den Sprecher der Aktivisten anruft, die Forst Kasten mit Baumhäusern besetzt hatten. Doch der sitzt in Haft. Schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche habe er einen Platzverweis erhalten. Kurz bevor er abgeführt wurde, übergab er sein Handy an Lucia Reng, 21 Jahre alt. "Uns ist nicht erklärbar, warum Menschen die Freiheit entzogen wird, die für die Freiheit der Umwelt kämpfen", sagt sie. 

Zusammen mit vier anderen sitzt sie an diesem Nachmittag nicht mehr im Wald, um dort zu protestieren, weil gut 9.000 Bäume für eine Kiesgrube gefällt werden könnten, sondern vor dem Polizeipräsidium in der Münchner Altstadt. Denn am Morgen gab es erneut einen Polizeieinsatz gegen die Aktivisten, die dort Baumhäuser gebaut hatten. Damit hatten sie gegen die Auflagen der Behörden verstoßen.

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Gegen 5.30 Uhr wurden die Versammlungsteilnehmer "ausdrücklich zum Verlassen der Plattformen und zum Aufsuchen der eigentlichen Versammlungsörtlichkeit aufgefordert", heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Doch als die Aktivsten nicht von selbst von den Bäumen kletterten, packte die Polizei Leitern aus und seilte die Demonstranten ab. Dann seien die "baulich errichteten Plattformen" abgebaut worden.

Die betroffenen Aktivisten erhielten Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz. Eine weitere Anzeige gab es wegen Beleidigung eines Polizeibeamten. Nach Polizeiangaben verhielten sich die Protestierenden unkooperativ, zu Ausschreitungen sei es aber nicht gekommen.

"Es verlief relativ friedlich", sagt auch Aktivistin Lucia Lange, die selbst auf einem der beiden Baumhäuser demonstrierte. Insgesamt hatten sich 14 Personen beteiligt.

Stadtrat Thomas Lechner, der als Parteiloser in der Fraktion der Linken sitzt, hält den Einsatz jedoch für "vollkommen fragwürdig" und fordert, dass die Stadt ihn stoppt. Als Besitzerin des Waldes habe sie schließlich das Hausrecht, meint er. Auch Lechner hofft, die Abholzung zu verhindern. Er will klagen und hat bereits eine Anwältin beauftragt.

Genehmigen muss die Auskiesung aber das Münchner Landratsamt, denn der Wald liegt hinter der Stadtgrenze. Doch bis jetzt gibt es laut Landratsamt noch gar keinen Antrag für eine Rodung. Landrat Christoph Göbel sagt aber, er sei hinsichtlich einer Genehmigung skeptisch – insbesondere, weil das Areal nicht erschlossen ist.

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