Wie der Münchner Flughafen gegen Drohnen vorgeht

Die Flugsicherung schließt eine mehrmonatige Testphase am Münchner Airport ab. Gesucht wird ein effektives System zur Aufklärung und Jagd nach privaten Drohnen.
| Ralph Hub
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Eine private Drohne am himmel - daneben ist in einiger Entfernung ein Flugzeug im Anflug einen Flughafen.
Julian Stratenschulte/dpa 3 Eine private Drohne am himmel - daneben ist in einiger Entfernung ein Flugzeug im Anflug einen Flughafen.
Eine Jagddrohne vom Typ AirRobot AR200.
Matthias Balk/dpa 3 Eine Jagddrohne vom Typ AirRobot AR200.
Staatsminister Georg Eisenreich beim Drohnentest.
dpa 3 Staatsminister Georg Eisenreich beim Drohnentest.

München - Drohnen sind ein beliebtes Spielzeug, es gibt sie überall zu kaufen, schon für kleines Geld. Problematisch ist, was manche Hobby-Piloten mit den Fluggeräten anstellen, beispielsweise in der Nähe von Flughäfen.

Piloten sichten beim An- und Abflug immer wieder Drohnen. In den vergangenen zehn Monaten sind nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) drei Fälle gemeldet worden. 2019 waren es 15. Was daran liegt, dass coronabedingt die Zahl der Flugbewegungen im Erdinger Moos 2020 stark zurückgegangen ist.

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84 Zwischenfälle mit Drohnen 2020

Tatsächlich dürfte die Dunkelziffer höher sein, vermuten Experten, weil viele Drohnen nicht entdeckt werden. An den 16 internationalen Flughäfen in Deutschland gab es 2020 laut DFS insgesamt 84 gesichtete Drohnen. Derartige Zwischenfälle haben in den vergangenen Jahren extrem zugenommen: 2015 waren es bundesweit noch 14, drei Jahre später bereits 158.


Auch wenn Drohnen oft sehr klein sind, stellen sie eine Gefährdung des Flugverkehrs dar. "Für herkömmliche Radaranlagen sind Drohnen aufgrund ihrer geringen Größe kaum erkennbar", sagt DFS-Sprecherin Ute Otterbein. Genau da liegt das große Problem. Piloten erkennen sie erst im allerletzten Moment. Was fehlt, ist ein zuverlässig arbeitendes Aufklärungssystem.

DFS testet Drohnen-Abwehrsystem

Bei der Suche nach Drohnen-Abwehrsystemen für Flughäfen sind die Behörden jetzt einen Schritt weiter. Die DFS hat ausführliche Tests für sechs bereits am Markt erhältliche Detektions-Systeme abgeschlossen, mit denen diese Flugkörper überhaupt erst einmal erkannt werden können.

Eine Jagddrohne vom Typ AirRobot AR200.
Eine Jagddrohne vom Typ AirRobot AR200. © Matthias Balk/dpa

Die an ausländischen Flughäfen verwendeten Technologien stammen überwiegend aus dem militärischen Bereich. Über vier Monate wurden an den Flughäfen Frankfurt und München verschiedene Systeme getestet. Fazit: Eine Universal-Lösung für alle Flughäfen könne es nicht geben, so die DFS. Die Lösung wird eine Mischung aus verschiedenen Sensortechnologien sein, die mit ihren individuellen Stärken ihre jeweiligen Schwächen untereinander ausgleichen, so Ute Otterbein.

Drohnen können per Fangnetz abgeschossen werden

Mit einem System zur Entdeckung der Drohnen ist zudem noch nichts über Möglichkeiten zur Abwehr der unbemannten Flugkörper entschieden. Hier laufen parallele Entwicklungen. Möglich sind elektronische Störsignale, die eine Drohne zur Landung zwingen, aber auch Systeme, sogenannte Jagd-Drohnen, die mit Fangnetzen arbeiten.

Staatsminister Georg Eisenreich beim Drohnentest.
Staatsminister Georg Eisenreich beim Drohnentest. © dpa

 

Erst kürzlich wurde ein derartiges System an der JVA Stadelheim getestet. Die Münchner Polizei hat ebenfalls bereits Erfahrung. Während des Oktoberfests werden immer wieder Drohnen gesichtet, abgefangen und die Piloten angezeigt.

In Deutschland sind Drohnenflüge in der Nähe von Start- und Landebahnen von Flughäfen verboten. Es gilt ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern. Juristisch gelten Drohnenflüge als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Es drohen Freiheitsstrafen von einem bis zu zehn Jahren.

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