Weiterer Winter ohne Kino droht: Betreiber befürchtet "Kulturkahlschlag"

Ab Mittwoch dürfen die Kinos in Bayern ihre Säle nur noch zu 25 Prozent auslasten. Für die Betreiber eine Katastrophe. "Das bedeutet für uns, dass wir wieder komplett zur Unwirtschaftlichkeit verdammt sind."
| AZ/dpa
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Nach vielen schwierigen Monaten hatte sich bei den Kinos angesichts der Corona-Lockerungen im Sommer wieder Optimismus breit gemacht. (Archivbild)
Nach vielen schwierigen Monaten hatte sich bei den Kinos angesichts der Corona-Lockerungen im Sommer wieder Optimismus breit gemacht. (Archivbild) © Sven Hoppe/dpa

München - Für die Kinos in Bayern sind die ab Mittwoch wegen Corona geplanten Beschränkungen der Besucherzahlen eine Katastrophe.

Kino-Betreiber Pfeil: "Wieder komplett zur Unwirtschaftlichkeit verdammt"

"Das bedeutet für uns, dass wir wieder komplett zur Unwirtschaftlichkeit verdammt sind", sagte Christian Pfeil aus dem Vorstand der AG Kino Gilde Deutscher Filmkunsttheater und Betreiber des Münchner Arena-Kinos am Montag.

Stimmt der Landtag den verschärften Corona-Maßnahmen am Dienstag zu, dürfen Kulturstätten nur noch ein Viertel der Zuschauer einlassen. In Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 1.000 müssen sie sogar komplett schließen.

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Pfeil befürchtet einen Kulturkahlschlag. Schon die monatelangen Kinoschließungen bis Ende Juni hatten viele Betreiber in Existenznot gebracht, Hilfen des Freistaats und des Bundes fingen aber vieles auf. "Wir laufen Gefahr, dass diese ganzen vielen Förderungen, die in die Kinos gesteckt wurden, alle für die Katz sind", sagte Pfeil, der auch in Jena und Gera Kinos betreibt.

Pfeil: Fördermaßnahmen dringend nachbessern 

Seit der Wiedereröffnung Anfang Juli habe er dort gerade mal zwei halbwegs rentable Monate gehabt. Er fordert deshalb, die Fördermaßnahmen dringend nachzubessern.

Zudem müssten Kinos im Vergleich zur Gastronomie ungleich mehr Auflagen erfüllen, und Zuschauer seien hier sogar sicherer vor einer Ansteckung als beim Einkauf im Supermarkt.

"Wenn die Beschlüsse so bleiben, zeigt sich einmal mehr, wie wenig die Politik in Bayern von der Kultur hält", sagte Pfeil. "Wir werden bei möglichen Einschränkungen härter behandelt als die Gastronomie und bei Öffnungsstrategien schnell vergessen."

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